Unvergessen unberechenbar

Rot-Weiss Essen trauert um Harry de Vlugt. Am gestrigen Sonntag verstarb der ehemalige RWE-Stürmer, der trotz seiner nur dreijährigen Zeit als Spieler an der Hafenstraße einen bleibenden Eindruck hinterließ.

Rot-Weiss Essen trauert um Harry de Vlugt.

1965 begann der gebürtige Indonesier mit niederländischem Pass seine aktive Karriere beim niederländischen Meister und Pokalsieger FC Twente Enschede. Nach den Stationen GVV Eilermark und German Canadier zog es den gelernten Autoschlosser im Alter von 18 Jahren nach Deutschland, wo er zunächst für den heutigen Regionalligisten SV Meppen auflief. Im Juni 1972 wechselte der wendige Angreifer an die Hafenstraße. Insgesamt drei Jahre von 1972 bis 1975 stürmte er für RWE und erzielte dabei in 55 Pflichtspieleinsätzen 24 Tore.  

 

Bereits in seiner ersten Saison als Rot-Weisser sorgte „Harry auf der Flucht“, wie er von seinen Mannschaftskollegen um "Pille" Gecks, Nobby Führhoff und Willi Lippens genannt wurde für Furore und war maßgeblich am Wiederaufstieg in die Bundesliga beteiligt. Der 1,80 Meter große Stürmer, der bei RWE jedoch zunächst auf der von ihm ungeliebten Außenverteidigerposition auflaufen musste, war vor allem durch seine Schnelligkeit und seine Unberechenbarkeit auf dem grünen Rasen bekannt.

 

Seine letzte Saison bei Rot-Weiss Essen wurde auch die letzte seiner Karriere. 1974 riss sich de Vlugt in einem Freundschaftsspiel in Mülheim alle Bänder im Knie und wurde schließlich Sportinvalide. Doch seinen Rot-Weissen ist er bis zuletzt treu geblieben. Noch in der vergangenen Saison besuchte er beim Regionalliga Spiel gegen die Reserve von Borussia Dortmund die Hafenstraße und fieberte mit seinem RWE.