„Talente länger in der Stadt halten“

Die Stimmen zur Kooperation zwischen RWE und ETB

Rainer Blaszik, Werner Gerlich, Prof. Dr. Michael Welling, Heinz Hofer, Andreas Winkler und Jürgen Lucas (v.l.) stellten gestern die gemeinsame Kooperation zwischen ETB und RWE vor (Foto: Thorsten Tillmann)

Zwei Essener Traditionsvereine gehen zukünftig Seite an Seite. Am gestrigen Mittwoch stellten Rot-Weiss Essen und der ETB SW Essen in der Gaststätte am Uhlenkrug die gemeinsame Kooperation der beiden Vereine vor. Der Traditionsverein von der Hafenstraße wurde dabei vom 1. Vorsitzenden Prof. Dr. Michael Welling, Direktor Sport Senioren Jürgen Lucas und Direktor Sport Entwicklung Andreas Winkler vertreten, während auf Seiten der Schwarz-Weißen der 1. Vorsitzende Heinz Hofer und die Vorstandsmitglieder Rainer Blaszik und Werner Gerlich anwesend waren.

Prof. Dr. Michael Welling (1. Vorsitzender von Rot-Weiss Essen):

Ich glaube, dass man mit gutem Recht und gesundem Selbstbewusstsein sagen kann, dass, wenn es um Jugendfußball geht, beide Vereine eine ganz lange Tradition und eine ganz hohe Qualität haben. Wir haben beide in den letzten Jahrzehnten viele Talente in Essen entwickelt, sowohl beim ETB als auch bei RWE und das können wir jetzt gemeinsam machen und gemeinsam überlegen, wie wir die Talente besser weiterentwickeln und möglicherweise noch länger in der Stadt halten können. Das wäre nicht nur ein Gewinn für die Vereine, sondern natürlich auch für die Stadt selbst, weil sich die Stadt Essen dann auch deutlich stärker mit den Spielern identifizieren kann.

Für beide Vereine gilt natürlich dennoch, dass wir unsere Ziele individuell erreichen wollen, wir bleiben ja selbstständig. Wir wollen uns mit der ersten Mannschaft weiterentwickeln und mit dem Jugendbereich auch. Ziele von uns sind eben, dass wir im engen Austausch mit dem ETB für die Talente die besten Karrierewege aufzeigen. So profitieren eben alle davon: der ETB, RWE und eben auch die Spieler.

 

Rainer Blaszik (Vorstandsmitglied ETB SW Essen):

Vor vielen Jahren wäre das so sicherlich noch nicht möglich gewesen. Das Verhältnis zwischen Rot-Weiss und Schwarz-Weiß hat sich in den letzten Jahren immer mehr verbessert. Unabhängig davon glaube ich, dass dieser Kooperationsvertrag für beide Seiten Vorteile bringt – sehr stark im Jugendbereich, aber auch im Seniorenbereich. Im sportlichen Bereich ist natürlich bei Rot-Weiss Essen der Wegfall der U23 ein Thema. Da bieten wir eine ideale Partnerschaft, wo man die talentierten U19-Bundesligaspieler, die man in Essen behalten möchte, dann erst einmal bei ETB unterbringt und dort Spielanteile erhalten, während sie in der Regionalliga-Mannschaft vielleicht erst mal nur eine Ersatzrolle spielen würden. Im Jugendbereich ist dieses Potential glaube ich sogar noch mehr gegeben. Das Ganze muss natürlich gelebt werden. Ich glaube, wenn es gelebt wird,  wird es nicht nur von den beiden Vereinen positiv gesehen, sondern auch von der Stadt Essen.