„Wir glauben an das, was wir tun“

Trainer Jan Siewert sieht sich und sein Team auf einem guten Weg. (Foto: Endberg)

Trainer Jan Siewert ist überzeugt, schon bald eine Siegesserie zu starten.

Zumindest von den Ergebnissen her ist der RWE noch nicht so richtig im neuen Jahr angekommen. Die Leistungen in den Spielen gegen die Reserve des 1.FC Köln und in Rödinghausen machen Trainer Jan Siewert jedoch Mut, schon bald weitere wichtige Punkte einfahren zu können und damit unten wieder herauszukommen.

Jan Siewert, das Hinspiel in Wattenscheid ging mit 0:3 verloren. Warum klappt es dieses Mal besser?

Weil wir uns gefestigt haben in vielen Bereichen. Im Hinspiel hatten wir zu Beginn viele Möglichkeiten, sind durch eine Unachtsamkeit in Rückstand geraten und haben danach zu einfach verteidigt. Wir sind ein Stück weit ruhiger geworden, was das angeht. Manchmal macht man eben das Tor nicht gleich in der ersten Minute, sondern muss Geduld haben, und es gilt die Ordnung zu halten. Das haben wir im Hinspiel nicht getan, aber auch daraus haben wir gelernt.

Inwiefern bereitet Dir die Torausbeute nach der Winterpause Sorge?

Wir bleiben weiterhin ruhig und glauben an das, was wir tun. In den Spielen nach dem Winter hat es einfach noch nicht so funktionieren wollen. Gegen Köln haben wir uns frühzeitig mit der Roten Karte selber bestraft. Dennoch sind wir weiter zu unseren Torchancen gekommen. In Rödinghausen haben wir uns auch gut präsentiert, aber der Ball wollte einfach nicht über die Linie.

Kann der 9:0-Testsieg letzte Woche gegen den TuS Essen-West 81 ein Brustlöser gewesen sein?

Dafür haben wir das Spiel nicht abgemacht. Es ging darum, nach der Absage des Spiels gegen Erndtebrück im Spielrhythmus zu bleiben. Da war dann Essen-West auch durch meinen Co Trainer Stefan Lorenz die schnellste Möglichkeit. Wir haben gut kombiniert und ein paar Tore erzielt gegen einen Landesligisten, der ein gutes Niveau hatte. Aber eigentlich hätten wir lieber gegen Erndtebrück gespielt.

Hast du mit Leuten wie Frank Löning, der in den ersten beiden Spielen viele Chancen ausgelassen hat, über die vergebenen Möglichkeiten gesprochen?

Mit ihm muss man darüber nicht sprechen. Frank ist erfahren genug, dass er weiß, dass es solche Phasen gibt. Uns war bewusst, dass es anfangs nicht so einfach für ihn werden wird, aber er hat bereits bewiesen, dass er für uns enorm wichtig werden kann. Man unterschätzt das manchmal, wie wichtig es für einen Spieler ist, dass er im Spielrhythmus bleibt. Aber wir werden weiter an der Sicherheit vor dem Tor arbeiten und im Training macht er seine Dinger ja auch. Daran werden wir weiter festhalten.

Ein anderes RWE-Tor ist hingegen letzte Woche ausgezeichnet worden und zwar das Eigentor von Richard Weber und Patrick Huckle aus dem Test im Januar gegen Wehen-Wiesbaden. Wie sehr kannst Du darüber schmunzeln?

Wir hätten natürlich lieber eine Auszeichnung für einen tollen Lupfer ins Tor zu unseren Gunsten oder etwas Ähnliches gewünscht. Es war eine ungewöhnliche Situation, die dann zum Tor geführt hat, aber an sich beschäftige ich mich nicht damit. Wir haben andere Aufgaben zu erledigen, auf die wir uns konzentrieren müssen.

Am vergangenen Wochenende drohte RWE durch den Spielausfall sogar auf einen Abstiegsplatz abzurutschen. Hattest Du in gewisser Weise Sorge, dass das eintritt?

Wir wussten um die Situation, aber wir wissen auch, dass das alles mit anderen Paarungen zu tun hat, deren Spiele nicht stattgefunden haben. Das lässt dann eine Tabelle für uns halt auch mal so aussehen. Aber selbst, wenn dieser Fall eingetreten wäre, hätte das unsere Sichtweise nicht verändert. Wir sind überzeugt von dem, was wir tun und sind uns sicher, dass die Tabelle am Ende wieder ein besseres Bild abgibt.

Nach den Unentschieden in den letzten Spielen bräuchte es dafür aber auch eine kleine Siegesserie. Was lässt Dich darauf hoffen, dass diese vielleicht schon mit dem Heimspiel gegen Wattenscheid startet?

Es war ja die Saison über immer schon so, dass wir zu Hause kaum Punkte haben liegen lassen. Darüber sind wir auch ganz glücklich. Nur in der Fremde hat es bisher nicht so klappen wollen. Zuletzt haben wir auswärts unsere Schwächen nicht mehr gezeigt, auch wenn es zumindest von den Ergebnissen her noch nicht gereicht hat. In Dortmund haben wir eine richtig tolle Leistung gezeigt, aber in der Nachspielzeit ärgerlicherweise dann noch Punkte liegen lassen. Auch in Rödinghausen waren wir die dominante Mannschaft, haben es aber halt verpasst, das Ganze in Tore umzumünzen. Das Trainerteam des Gegners sprach letztendlich hinterher auch von einem glücklichen Punktgewinn. Davon können wir uns nichts kaufen, aber wenn wir einfach so weitermachen wie bisher, bin ich mir sicher, dass wir eine Serie starten können.