"Was hier abgeht ist außergewöhnlich"

Neuzugang Roussel Ngankam über seine ersten Eindrücke von der Hafenstraße.

Seit zwei Wochen ein Rot-Weisser: Roussel Ngankam wechselte von der SG Sonnenhof Großaspach an die Hafenstraße. (Foto: Endberg)

Kurz vor dem Ende des Transferfensters schlugen die Rot-Weissen noch einmal zu und sicherten sich die Dienste von Roussel Ngankam. Der 22-jährige Stürmer wechselte vom Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach ins Ruhrgebiet und deutete bei seinen Einsätzen gegen den SV Rödinghausen und RW Ahlen gleich seine Qualitäten an. Im Interview spricht unsere Nummer 19 über seine ersten Eindrücke vom Traditionsverein von der Hafenstraße!

Hallo Roussel! Zwei Wochen bist du jetzt Spieler von Rot-Weiss Essen. Wie gefällt es dir bisher?

RN: "Mir gefällt es sehr gut! Die Voraussetzungen hier sind top, es ist alles sehr familiär und ich kann mich entspannen. Und wenn ich entspannt bin, kann ich auch gut Fußball spielen. Ich fühle mich sehr gut aufgenommen."

Du hast bei deinem Debüt gegen Rödinghausen und auch in Ahlen schon mitbekommen, was für eine Kulisse die Spieler hier an der Hafenstraße erwartet. Ist der Wechsel diesbezüglich im Vergleich zum doch eher beschaulichen Großaspach für dich eine große Umstellung?  

RN: "Ja, das muss man schon sagen. Wobei ich ja auch nur ein Jahr in Großaspach war. Beim 1. FC Nürnberg habe ich zwar kein Spiel in der 1. Mannschaft gemacht, habe aber zum Kader gehört und dort mitbekommen, wie es ist, wenn man viele Anhänger hat. Auch in Botosani hatten wir viele Fans, aber was hier abgeht ist schon außergewöhnlich und absolut nicht viertklassig."

Wie ist dein bisheriger Eindruck von der Mannschaft?

RN: "Wir haben richtig starke Spieler und wir haben einen Trainer, der früher selbst Stürmer war und mir viele Sachen beibringen kann. Außerdem lässt der Trainer offensiv spielen. Davon kann ich nur profitieren."

Ein Gesicht kanntest du schon: Jeffrey Obst und du seid euch früher schon einmal begegnet…

RN: "Genau! Wir kommen ja beide aus Berlin. Er hat damals für TeBe, ich für die Hertha gespielt. Wobei kennen etwas zu viel gesagt ist. Wir sind uns nur als Gegenspieler begegnet. Außerdem war der Stürmer von TeBe, mit dem Jeff befreundet war, in meiner Klasse."

Mit Kai Druschky schließt sich der Kreis mit dem dritten Berliner Jungen bei unserem RWE, der in der Jugend von Union Berlin ausgebildet wurde…

RN: "Ja stimmt. In Berlin gibt es eigentlich nur Hertha, Union und TeBe. Die sind hier alle vertreten."

Man vergisst schnell, dass du erst 22 Jahre alt bist. Immerhin hast du ja schon viel Erfahrung gesammelt, unter anderem in der 1. Rumänischen Liga, von wo aus du dann zu Großaspach gewechselt bist…

RN: "Ja ich wollte weg. Wenn man so ganz alleine ohne Familie und Freundin in einem fremden Land ist und nicht mal die Sprache spricht, dann ist das nicht schön. Du hast keinen Frieden in dir. Normalerweise musst du nach dem Training unbedingt abschalten und die entspannen, aber ich war in Gedanken ständig in Deutschland."

Und wie gefällt dir der Ruhrpott bisher?

RN: "Ich war bisher noch nie im Ruhrgebiet und habe in der kurzen Zeit auch leider noch nicht viel gesehen. Aber ich bin in Berlin aufgewachsen und daher schon eher der Großstadttyp. Daher passt das hier zu mir und ich freue mich darauf, die Stadt richtig kennenzulernen."