Vorbild in Sachen Zusammenhalt

Mit bisher 46 Treffern in der Saison 2018/2019 hatte sich Michael Rovers für das Team von RWE-Aufsichtsratsmitglied und Essener-Chancen-Botschafter Frank Kurth empfohlen. Doch der 30-jährige Mannschaftskapitän der Inklusionsmannschaft Rot-Weiss Essen Team III verzichtet auf die Chance, in der wiederbelebten 2. Mannschaft des Bergeborbecker Traditionsklubs zu kicken. Er bleibt seiner Truppe treu. Das wiederum imponiert auch Kurth, denn es ist ein schönes Beispiel für Miteinander, soziales Engagement und Zusammenhalt bei Rot-Weiss Essen.

Ein eingeschworenes Team: In der Inklusionsmannschaft Team III steht Zusammenhalt an erster Stelle. (Foto: Müller/EC)

Rovers, der in seine dritte Saison mit der Inklusionsmannschaft geht: „Wir sind ein eingeschworenes Team. Viele Spieler sind durch mich ruhiger geworden, reden mit mir über ihre Sorgen und Probleme.“ Bei Team III spielen seit 2013 Freizeitfußballer an der Seite von Spielern aus dem Umfeld sozialer Einrichtungen im regulären Ligabetrieb der Kreisliga C. Durch die Teilnahme gewinnen diese Rot-Weissen an Stabilität im Alltag und werden auf ihrem Weg in gesellschaftliche Aktivitäten und ins Berufsleben unterstützt: „Ich habe schon vielen Vereinen abgesagt, weil es mir einfach Spaß macht mit der Mannschaft und ich dort mehr einbringen kann als nur meine Stürmerqualitäten.“ Der Mannschaftskapitän kommt auf 2.517 Einsatzminuten, hat dabei in der laufenden Spielzeit 46 Treffer erzielt.

„Jetzt kämpfen die Spieler für das Projekt!“
Rovers ist längst nicht der einzige Akteur, der Angebote anderer Vereine erhält. Doch bisher wollte kaum einer gehen. Selbst Benjamin de Biasi, Trainer von RWE-Team III, ist überwältigt von der Treue seiner Spieler: „So einen Zusammenhalt, so ein Verständnis, so eine Teambildung habe ich in meinen 35 Jahren im Fußball noch nie erlebt. Vor vier Jahren noch musste ich um jeden einzelnen kämpfen, jetzt kämpfen die Spieler für das Projekt.“ Und: „Ein Spieler hat jetzt eine Umschulung beim JobCenter beantragt, weil er wie ich im sozialen Bereich arbeiten möchte, um mich später zu beerben“, so Team-III-Coach de Biasi, der bei der Prof. Dr. Eggers-Stiftung arbeitet. Weitere Spieler wollen diesen Weg gehen. „Ich kann mich nur bei der Stiftung, Essener Chancen und RWE bedanken, dass ich ein Teil von etwas mittlerweile ganz Großem sein darf“, ist de Biasi stolz auf seine „Dritte“.

Mit Rovers entgeht RWE-Legende Frank Kurth zwar eine starke Offensivkraft, aber die Haltung des 30-Jährigen und die Arbeit der Dritten imponieren ihm: „Ich wusste schon, dass Rovers seit einigen Jahren immer wieder Angebote aus höheren Ligen bekommt, bei denen er bestimmt auch den einen oder anderen Euro verdienen könnte. Seine Einstellung und die der anderen Spieler sollte man herausstellen.“