„Vor eigenem Publikum nachlegen“

RWE-Cheftrainer Sven Demandt vor Heimspiel gegen den SC Verl.

Chef-Trainer Sven Demandt vor dem morgigen Heimspiel gegen den SC Verl. (Foto: Endberg)

RWE-Cheftrainer Sven Demandt (51) machte nach dem erlösenden 3:0-Auswärtssieg bei Rot Weiss Ahlen aus seinem Herzen keine Mördergrube. „Uns ist allen ein Stein vom Herzen gefallen“, so der erfahrene Ex-Profi nach dem Ende der Minusserie von vier Ligaspielen ohne Sieg und der Torflaute von exakt 408 Minuten. Das Erfolgserlebnis im Wersestadion sollte unserer Mannschaft nun Auftrieb gegeben haben für die Aufgabe gegen den SC Verl. Vor dem Anstoß sprachen wir mit Sven Demandt.

Wie groß war die Erleichterung nach dem 3:0-Auswärtserfolg bei Rot Weiss Ahlen, mit dem die Negativserie von vier Partien ohne Sieg und eigenes Tor beendet werden konnte?

SD: „Uns ist allen ein Stein vom Herzen gefallen. Nicht nur, weil wir endlich wieder ein Tor erzielt und gewonnen haben. Sondern auch, weil wir defensiv sehr konsequent aufgetreten sind und kein Gegentor zugelassen haben. Das hat uns allen sehr gut getan.“

Was war aus Deiner Sicht der Schlüssel zum verdienten Sieg?

SD: „Wichtig war zum einen die stabile Defensive. Vor allem aber ist es uns endlich mal wieder gelungen, in Führung zu gehen, noch dazu kurz vor der Pause. Das hat der Mannschaft Sicherheit gegeben. Das war wohl der Schlüssel. Die Jungs wissen schließlich, dass wir einen Vorsprung gut verteidigen können. Unter dem Strich war es eine geschlossene Mannschaftsleistung. Keiner ist abgefallen.“

Unter anderem durch die Rotsperren von Benjamin Baier und Jan-Steffen Meier wurdest Du zu einigen Umstellungen gezwungen. Wie hat sich das ausgewirkt?

SD: „Unser Neuzugang Roussel Ngankam, der erstmals von Beginn an zum Einsatz kam und auf der rechten Außenbahn spielte, hat seine Sache ordentlich gemacht. Auch Richard Weber hat in der Innenverteidigung eine gute Figur abgegeben. Unser neues Mittelfeldzentrum mit Timo Brauer und Kasim Rabihic hat auf Anhieb harmoniert. Das war schon in Ordnung.“

Mit Timo Becker, Nico Lucas und Emre Demircan gehörten gleich drei Spieler zum Kader, die in der letzten Saison noch für die U19 gespielt hatten. Becker und Lucas wurden sogar eingewechselt. Wolltest Du damit auch ein Zeichen setzen?

SD: „Auf jeden Fall. Die Jungs hatten sich die Nominierungen verdient, sind sehr dicht dran am Team. Timo Becker hatte ja schon einige Einsätze, hat es erneut gut gelöst. Auch Nico hatte sich aufgedrängt. Das gefällt mir.“

Marcel Platzek war mit zwei Toren und einer Vorlage der Mann des Spiels. Wie gut hat ihm dieses Erfolgserlebnis getan?

SD: „Stürmer werden immer an Toren gemessen. Für ihn hat es mich aber vor allem auch deshalb gefreut, weil er für die Mannschaft immer rackert und weite Wege geht, so dass ihm vielleicht manchmal im Abschluss ein wenig die nötige Konzentration fehlt. Gleiches gilt übrigens auch für Frank Löning, der sich ebenfalls immer voll reinhängt. Fest steht: Für Tore und Siege gibt es nun einmal keinen Ersatz. Deshalb hat das Ahlen-Spiel uns allen sehr gutgetan.“

Am Freitag stellt sich der SC Verl an der Hafenstraße vor. Wie schätzt Du den Gegner ein.

SD: „Der SC Verl behauptet sich schon seit langer Zeit in der Regionalliga, die Mannschaft spielt im Kern seit einigen Jahren zusammen. Das merkt man natürlich auf dem Platz. Die Verler hatten mit dem Abstieg eigentlich nie etwas zu tun, spielen immer eine gute Rolle. Das spricht für den Verein. Wir wissen, was uns erwartet.“

Was hast Du Dir mit der Mannschaft vorgenommen?

SD: „Wir wissen, dass wir auf einen unangenehmen Gegner treffen, sind aber sicher gut beraten, uns auf unser Spiel zu konzentrieren. Selbstverständlich ist es unser Ziel, nach dem Sieg in Ahlen heute vor eigenem Publikum nachzulegen.“

Kapitän Benjamin Baier und Jan-Steffen Meier werden auch heute wegen Ihrer Rotsperren fehlen. Wie sieht es sonst personell aus?

SD: „Kamil Bednarski und Kevin Grund haben in dieser Woche wieder mit der Mannschaft trainiert, könnten mit zusätzliche Optionen bieten. Wir werden sehen, ob es schon gegen Verl für einen Einsatz reicht.“