„Spannung, Energie und Lust auf den Platz bringen“

RWE-Trainer Karsten Neitzel vor dem ersten Heimspiel des Jahres gegen Herkenrath.

Karsten Neitzel geht mit vollen Akkus ins Pflichtspieljahr 2019. (Foto: Endberg)

Es geht wieder los! Nach zwei Monaten Winterpause startet Rot-Weiss Essen mit einem Heimspiel gegen den Liganeuling und Tabellenletzten TV Herkenrath 09 in die zweite Saisonhälfte. Die Gäste kommen im Vergleich zur Hinserie mit einem nahezu komplett neuen Kader an der Hafenstraße. Doch auch bei RWE ist einiges neu. So stehen mit Jonas Erwig-Drüppel, Noah Korczowski und Max Wegner drei Winter-Neuzugänge im Kader von RWE-Cheftrainer Karsten Neitzel, der sich für die Restrunde mit seinem Team viel vorgenommen hat. Im Interview nimmt „Kalle“ Neitzel ausführlich Stellung zur aktuellen Situation rund um die Hafenstraße.

Hallo Karsten! In dieser Woche hast Du mit Deinem Team kurzfristig noch ein zusätzliches Testspiel eingeschoben. Welche Erkenntnisse hat der 2:1-Erfolg beim Zweitligisten Arminia Bielefeld gebracht?

Mir war vor allem wichtig, dass wir nach dem 0:1 gegen den TSV Steinbach Haiger zumindest noch ein weiteres Testspiel auf einem Naturrasenplatz absolvieren konnten. Bis dahin hatten wir ja fast nur auf Kunstrasen trainiert und gespielt. Deshalb haben wir uns nach der kurzfristigen Anfrage aus Bielefeld auch schnell dazu entschieden, dieses Angebot anzunehmen. Unsere Mannschaft hat nicht nur wegen des Sieges eine sehr vernünftige Leistung gezeigt.


Wie fällt insgesamt Dein Fazit nach der Vorbereitung aus?

Wir konnten trotz der teilweise schwierigen Witterungsbedingungen unser Programm ohne große Probleme durchziehen, hatten zumindest in den letzten beiden Wochen 16 gesunde Feldspieler zur Verfügung. Schmerzhaft und sehr bitter ist natürlich die erneute Kreuzbandverletzung von Cedric Harenbrock, den wir gerne in der Rückserie in unserem Team gesehen hätten. Wir werden ihn auch diesmal so gut wie möglich unterstützen, damit er wieder zurückkommt. Unter dem Strich hatten wir, was im Rahmen einer Vorbereitung ganz normal ist, Höhen und Tiefen. Schade war, dass die Partie in Schonnebeck bereits nach 45 Minuten beendet wurde. Ich denke aber schon, dass wir uns in den Testspielen insgesamt die nötige Wettkampfhärte für den Restrundenstart geholt haben und jetzt gut gerüstet sind. Ich weiß aber auch: Das alles zählt nicht mehr, wenn der Schiedsrichter das Spiel gegen den TV Herkenrath anpfeift. Dann müssen wir da sein.

Mit Innenverteidiger Noah Korczowski von der SG Wattenscheid 09, Flügelstürmer Jonas Erwig-Drüppel vom Wuppertaler SV und Angreifer Max Wegner vom SV Meppen kamen drei Neuzugänge. Was versprichst Du Dir von Ihnen?

Zunächst einmal ist wichtig, dass sie sich gut ins Team integriert haben. Die Jungs haben es ihnen aber auch sehr leicht gemacht. Wie alle anderen haben sich auch Noah, Jonas und Max während der Vorbereitung voll engagiert und gezeigt, dass sie uns helfen können. Aber wie schon gesagt: Nicht nur die drei, sondern auch alle anderen haben sich gut eingebracht.

Und die Auswahl wird in den nächsten Wochen auch wieder größer, wenn verletzte Spieler wie Marcel Platzek oder Boris Tomiak demnächst wieder zur Verfügung stehen. Kevin Freiberger wäre nach seinem Kreuzbandriss gefühlt sogar noch ein weiterer „Neuzugang“. Wann ist mit ihm zu rechnen?

Kevin ist gut im Plan und schon nah dran am Mannschaftstraining. Seine Verletzung liegt aber gerade erst sechs Monate zurück. Deshalb werden wir ihn auf keinen Fall unter Druck setzen und zu hohe Erwartungen schüren. Etwas Zeit wird er auf jeden Fall noch benötigen.

Wie schon in den letzten beiden Testspielen wird Robin Heller auch zum Neustart in der Meisterschaft im Tor stehen. Wie eng war die Entscheidung?

Erneut sehr eng. Wir haben drei gute Torhüter, die alle ihre Stärken, logischerweise aber auch ihre Schwächen haben. Sie bewegen sich nahezu auf dem gleichen Niveau, Kleinigkeiten haben den Ausschlag für Robin gegeben. Er musste sich den Platz im Tor hart erkämpfen. Er darf und wird sich darauf aber nicht ausruhen. Ich kann auch Marcel Lenz und Lukas Raeder jederzeit bedenkenlos bringen.

Mit dem TV Herkenrath 09 stellt sich im ersten Ligaspiel nach der Winterpause der Tabellenletzte an der Hafenstraße vor, der noch dazu seinen Kader nahezu komplett umgekrempelt hat. Was erwartest Du von der Partie?

Ich erwarte zunächst einmal, dass wir das Spiel und den Gegner sehr ernst nehmen. Das wird auch definitiv der Fall sein. Am Ende wollen wir den Platz als Sieger verlassen. Klar ist aber auch: Dafür werden wir einiges tun müssen.


Wie ist die Leistungsfähigkeit des Gegners einzuschätzen?

Ich gebe zu: Das ist nicht ganz leicht, auch wenn wir uns selbstverständlich gut vorbereitet und Herkenrath mehrfach beobachtet haben. Wer aber glaubt, dass wir den Gegner einfach so aus dem Stadion schießen können, der irrt sich. Herkenrath hat nach den zahlreichen Abgängen keine Neuzugänge aus der Kreisliga geholt. Wir treffen auf einen Gegner, der mit Sicherheit in dieser Liga mitspielen kann. Dennoch ändert das nichts daran, dass es nur unser Anspruch sein kann, die drei Punkte in Essen zu behalten.