Sondertrikot für Glockenhorst

Kirchturm oder Aachener Tivoli: Horst Gehle wollte immer nach oben.

Begeisterung über das neue Sondertrikot (v.l.n.r.): Pfarrer Thomas Nawrocik, Essener Chancen-Leiter Tani Capitain und RWE-Marketingleiter Rainer Koch freuen sich mit Glockenhorst über das neue Trikot.

Wenn von „Glockenhorst“ die Rede ist, weiß beinahe jeder Rot-Weisse, wer gemeint ist. Horst Gehle ist RWE treu. Sogar so treu, dass er sein ganzes Fenster voll RWE-Fanartikeln dekoriert hat. Der 70-Jährige ist eine lebende Hafenstraßen-Legende – darum findet auch er seinen Platz auf dem Sondertrikot anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Hafenstraße“. Essener Chancen und Rot-Weiss Essen haben Glockenhorst nun sein persönliches Exemplar übergeben.
 
"Das Sondertrikot führt durch rot-weisse Historie und hundert Jahre Hafenstraße. Teil dieser Geschichten sind natürlich Unikate wie Glockenhorst. Da ist es ganz normal, dass wir auf die Idee gekommen sind, ihn zu besuchen und ihn mit seinem eigenen Trikot zu überraschen", erklären Essener-Chancen-Leiter Tani Capitain und Rainer Koch, Direktor Marketing, Fans & Mitglieder bei Rot-Weiss Essen.
 
„Glockenhorst“ und der Glockenturm
Gleich zu Beginn des Treffens gab Pfarrer Thomas Nawrocik einen der vielen Gründe zu Buche, warum Glockenhorst unter Rot-Weissen seinen Ruf genießt. Er deutet auf den ehemaligen Glockenturm der ehemaligen Gnadenkirche: „Sehen Sie die Schrift dort oben?“  Ein spiegelverkehrtes RWE ist zu entziffern. „Als ich neu in diese Gemeinde gekommen bin, sind mir diese Buchstaben als treuer Fan sofort aufgefallen. Ich habe gefragt, wer das gesprüht hat – und alle sagten: Glockenhorst!“, erzählt Nawrocik.
Dann klinkt sich der Kult-Fan selbst ein: „Ich bin hier 1963 schon konfirmiert worden. In den 80ern bin ich dann da hoch geklettert.“ Ein waghalsiges Manöver, Horst winkt auf Nachfrage zu Furcht bei der Aktion jedoch ab: „Ich habe keine Angst vor Höhen. Eigentlich habe ich auch mehr darauf geschrieben. Jetzt steht nur noch RWE dort oben. Hallelujah, der RWE bleibt bestehen“, ruft er.
 
Vom Zeitungsverkäufer zu „Glockenhorst“
Die läutende Glocke jedenfalls ist an Hafenstraßen-Spieltagen nicht mehr wegzudenken. Ursprünglich hat Horst Gehle als Sonntagmorgen-Zeitungsverkäufer mit den Klangkörpern in den Straßen Essens auf sich aufmerksam gemacht. Zu einem Auswärtsspiel am Aachener Tivoli nahm er die Radaumacher nach eigenen Angaben mit. „Dort angekommen, bin ich auf den höchsten Zaun geklettert. Von unten haben die anderen Rot-Weissen mir meine Glocken zugeworfen.“ Dann wurde es laut! Seitdem ist Horst „Glockenhorst“. „Als das erste Tor gefallen ist, haben alle am Zaun gewackelt. Beim zweiten habe ich dann die Latte geküsst“, erzählt er begeistert.
Keine Frage übrigens, dass er das Jubiläums-Trikot auch zum nächsten Heimspiel, bei dem Zuschauer erlaubt sind, auf seinem angestammten Rahn-Platz anzieht: "Selbstverständlich, Hallelujah, nur der RWE!"