RWE verpasst Auswärtssieg knapp

Turbulente Partie in Bonn endet 3:3-Unentschieden.

Einen Punkt entführten die Rot-Weissen aus dem Sportpark Nord. (Foto: Tillmann)

Ein aufregendes Spiel erlebten die 1.600 Zuschauer im Bonner Sportpark Nord. Eine intensive Partie beim Bonner SC endete 3:3. Benjamin Baier (12.) und Philipp Zeiger (30.) glichen die Führung der Gastgeber vor der Pause (9. und 20.) jeweils aus. Der erste rot-weisse Vorsprung der Partie durch den zweiten Treffer von Benjamin Baier (66.) hielt jedoch nur bis kurz vor Schluss, als der Gastgeber durch Perrey das 3:3 erzielte (86.). "Wir haben heute als Mannschaft gerade in der ersten Halbzeit einfach nicht gut verteidigt. Das ist dann in der zweiten Halbzeit besser geworden. Die Führung müssen wir dann natürlich über die Zeit bringen", so Chef-Trainer Sven Demandt nach Schlusspfiff.   

Die Rot-Weissen wollten nach dem klaren Sieg gegen die Kölner U21 mit drei Punkten beim gut gestarteten Bonner SC nachlegen. Dass den Essenern im Sportpark Nord allerdings keine leichte Aufgabe bevorstand, war aufgrund der bisherigen Auftritte des BSC anzunehmen und sollte sich in den 90 Minuten in der ehemaligen Bundeshauptstadt auch bestätigen. Dabei hätte alles so perfekt losgehen können, als Kai Pröger einen abgewehrten Ball von Kamil Bednarski erlief, an Torwart Monath vorbeizog und das Leder in Richtung Tor beförderte. Dort verhinderte allerdings der eingrätschende Spinrath die frühe RWE-Führung und damit den rot-weissen Traumstart (7.). Diesen verschafften sich stattdessen die Bonner in Person von Lokotsch, der ein Missverständnis der RWE-Abwehr nutzte, allein auf Robin Heller zulief und diesem aus elf Metern keine Chance ließ (9.). 

Elf Meter waren es dann wenig später auch, die Benjamin Baier bei seinem Ausgleichstreffer von BSC-Torwart Monath trennten. Schiedsrichter Exner entschied nach einem Zweikampf zwischen Platzek und Spinrath auf Elfmeter, sodass der RWE-Kapitän sich versuchen durfte und sicher einnetzte (12.). Es sollte jedoch nicht die letzte strittige Elfmeterentscheidung an diesem Tag bleiben. Nachdem der Ex-Rot-Weisse Jesic von der Strafraumkante den etwa einen Meter entfernten Philipp Zeiger mit Vollspann am Arm traf, sah Schiedsrichter Exner darin ein Handspiel des rot-weissen Innenverteidigers. Den anschließenden Elfmeter konnte Robin Heller zwar noch an den Pfosten lenken, doch von dort aus fand der Ball dann doch den Weg ins Tor (20.). Doch die Rot-Weissen wussten erneut zurückzukommen. Philipp Zeiger übersprang nach einer Ecke von Kevin Grund Gegenspieler Perrey und nickte zum 2:2-Halbzeitstand ein.

Nach dem Seitenwechsel bekamen die Rot-Weissen etwas mehr Ruhe in das eigene Spiel und schafften es so besser, die Bonner unter Druck zu setzen. Kamil Bednarski hätte diese Drangperiode seine Elf mit der Führung krönen können, scheiterte aber nach Flanken von Dennis Malura am Pfosten (46.) sowie an BSC-Schlussmann Monath (52.). Als Malura in der 66. Minute dann mal selbst mit dem Ball am Fuß in den Strafraum zog, wurde er dort von Gegenspieler Dündar elfmeterreif gelegt. Dieser beschwerte sich im Nachgang so vehement, dass ihn der Unparteiische mit gleich zwei Gelben Karten bedachte und somit zum Duschen schickte. RWE also nun in Überzahl und nach dem verwandelten Foulelfmeter von Benjamin Baier auch noch in Führung (66.).

Rot-Weiss stand infolgedessen sicher und hatte die Partie nun vollends im Griff - mit einer folgenschweren Ausnahme: Perrey stand nach einer Flanke plötzlich frei im RWE-Strafraum und köpfte den Ausgleich (86.). Die Essener schnupperten zwar durch die Kopfballchancen von Robin Urban (90.) und David Jansen (92.) noch am Sieg, mussten sich aber letztendlich mit einem Punkt begnügen.