RWE dreht Pokalfight

Demandt-Elf steht nach 3:2-Auswärtssieg beim WSV im Pokalfinale.

Gemeinsam mit 4.000 mitgereisten Rot-Weissen feierte die Mannschaft den Finaleinzug. (Foto: Endberg)

„Man darf diese Mannschaft nie abschreiben“, brachte es Timo Brauer nach dem Schlusspfiff auf den Punkt. Nach einem Rückstand durch Heidemann (55.) drehten die Rot-Weissen den irren Pokalfight innerhalb von nur acht Minuten durch Tore von Baier (60. und 68.) und Brauer (66.). Der Anschlusstreffer von Schmetz (80.) war nur noch Makulatur. „Ich bin schon ein bisschen stolz auf die Mannschaft. Hier in diesem Spiel, vor dieser Kulisse und nach einem Rückstand das Spiel noch zu drehen, spricht für unsere Mentalität.  Wir sind offensiv zunächst nicht so gut ins Spiel gekommen, haben dann aber in der zweiten Halbzeit aufgedreht und letztendlich verdient gewonnen“, so Chef-Trainer Sven Demandt zum Spielgeschehen.

Es waren tolle Rahmenbedingungen für das Halbfinalduell der beiden Traditionsvereine. 13.003 Zuschauer besetzten das weite Rund des Stadions am Zoo, darunter 4.000 Essener, die ihre Mannschaft von Beginn an nach vorne peitschten. Diese tat sich jedoch zunächst schwer mit den aufgedrehten Gastgebern, die versuchten, die Rot-Weissen früh anzulaufen und so im Spielaufbau zu stören. Hinten standen die Rot-Weissen zwar sicher, offensiv gelang jedoch zunächst wenig. Eine Ausnahme bildete die 10. Minute, als Marcel Platzek einen Freistoß von Benjamin Baier mit dem Schienbein knapp über das WSV-Tor beförderte. Ansonsten blieb es bis zum Halbzeitpfiff ein Spiel, dessen Bedeutung man der vorsichtigen Spielweise beider Mannschaften entnehmen konnte.

Die echten Highlights der Partie folgten dann im zweiten Durchgang. Zunächst war es der WSV, der sich in Person von Heidemann in die Torschützenliste eintragen konnte. Dieser tauchte plötzlich frei im RWE-Strafraum auf und ließ sich diese Gelegenheit nicht entgehen (55.). Doch Rot-Weisse wirft so schnell nichts um, ist doch das Aufstehen die große Stärke der Bergeborbecker. Über Bednarski und Brauer gelangte das Leder wenig später schließlich zu Baier, der sich dieses kurz zurecht legte und dann eiskalt zum Ausgleich einschoss (60.). Riesen Jubel bei den mitgereisten Heimspielmachern, die jedoch nur Minuten später erneut Grund zur Freude hatten. Ngankam setzte Platzek ein, der den Ball mit einer Flanke auf Brauer von der Torauslinie kratze. Brauer stand goldrichtig und nickte die Hereingabe zur Führung ein (66.). Jetzt rollte der rot-weisse Offensivexpress. Baier per Flachschuss zum 3:1 (68.)- die Gästetribüne tobte. Daran änderte auch der Anschlusstreffer von Schmetz nichts mehr (80.). Dank einer leidenschaftlichen Leistung feierten die Rot-Weissen einen 3:2-Sieg in Wuppertal und dürfen sich nun auf das dritte Finale im Niederrheinpokal freuen. Man darf diese Mannschaft eben niemals abschreiben.