Rot-Weisse Schulförderung in Altenessen

Im „Lernort Seumannstraße“ unterstützen die Essener Chancen nicht nur Nachwuchsspieler.

Sinnvoll auch ohne schulische Schwierigkeiten: Noel Futkeu lässt am Lernort seine Aufgaben überprüfen und holt sich neue Ideen.

Zwischen 40 und 50 Kinder und Jugendliche kommen wöchentlich an den Altenessener „Lernort Seumannstraße“ der Essener Chancen zur Lernförderung. Zu den regelmäßigen Besuchern am Lernort zählt Noel Futkeu. Der erst 17-Jährige steht seit Anfang der Saison 2020/2021 im Kader der ersten Mannschaft von Rot-Weiss Essen und durfte bereits im DFB-Pokal gegen Arminia Bielefeld ran. Dass die Bildung trotzdem nicht zu kurz kommt, ist den Bergeborbeckern eine Herzenssache.

„Unser Sportdirektor Jörn Nowak wollte sichergehen, dass es auch in der Schule läuft“, erzählt Noel Futkeu. Der quirlige Offensivspieler macht gerade im Altenessener Berufskolleg im Bildungspark sein Fachabitur – ein Katzensprung zur Seumannstraße. Schon im Jahr zuvor besuchte Futkeu die Hausaufgabenbetreuung sporadisch, jetzt ist er regelmäßig dort: „Ich habe keine Schwierigkeiten in der Schule, aber so kann ich überprüfen, dass ich keine Fehler mache“, berichtet Futkeu, „und vielleicht hat Niklas eine neue Idee zu einer Aufgabe.“

Bedarf steigt stetig
Niklas Cox ist der Projektkoordinator am Lernort Seumannstraße und begleitet die Aktion seit 2016 in verschiedenen Funktionen: „Der Bedarf ist über die Jahre immer weiter gestiegen“, weiß Cox. Gestartet ist die Betreuung noch in einem kleinen Raum im Gebäude des Nachwuchsleistungszentrums. Im Sommer 2017 wurde dann die Jugend-Begegnungsstätte eingeweiht: „Das war ein Quantensprung für unsere Angebote“, erinnert sich Niklas Cox, „wir waren für Kinder, Jugendliche und Eltern viel sichtbarer, hatten eine modernere Ausstattung und viel mehr Möglichkeiten.“

Der Kern der Lernförderung hat sich in dieser Zeit nicht verändert: Kinder und Jugendliche aus den Nachwuchsmannschaften von RWE sowie von Partnerschulen wie Gymnasium Essen Nord-Ost (GENO) und Leibniz-Gymnasium können an fünf Tagen der Woche mit ihren Problemen an die Seumannstraße kommen. Während Cox und die Studenten in der Jugend-Begegnungsstätte für eine lockere Atmosphäre sorgen, in der sich die Schülerinnen und Schüler wohlfühlen, ist die Lernförderung spätestens mit der Corona-Pandemie deutlich dynamischer geworden. Von der einfach Korrektur per Mail bis hin zur komplizierten Erklärung über Video-Schalte gibt es inzwischen zahlreiche Telefon- und Online-Hilfen: „Die Tendenz geht nach oben“, bestätigt Essener-Chancen-Projektkoordinator Cox, „wer eine Frage hat, bekommt innerhalb kurzer Zeit eine Rückmeldung.“

RWE-Spieler sollen Schule ernst nehmen
Die Zusammenarbeit mit dem Nachwuchsleistungszentrum hat sich über die Jahre ebenfalls immer besser eingespielt: Die Trainer kommen regelmäßig auf die Essener Chancen zu und längst hat sich das Angebot bei den Eltern herumgesprochen – eine runde Sache.

„Uns ist wichtig, dass unsere Spieler neben dem Fußball die Schule ernst nehmen“, lobt Marcus Uhlig, Vorstand von Rot-Weiss Essen und Essener Chancen, Konzept und Umsetzung der Hausaufgabenbetreuung an der Seumannstraße, „der Lernort hat sich zu einer festen Größe am Nachwuchsleistungszentrum etabliert und ist mittlerweile ein gutes Argument für junge Talente und deren Eltern bei Rot-Weiss Esen zu spielen.“