Rot-Weiss international

Zur Europameisterschaft: An der Hafenstraße kickt ein Europameister.

Für ihre U-Nationalmannschaften ehemals unterwegs: Isaiah Young und Dennis Grote. (Foto: Endberg)

Auch wenn der Ball an der Hafenstraße nicht rollt – woanders wird weiter genetzt: Am Freitag, den 11. Juni beginnt mit dem Eröffnungsspiel zwischen Italien und der Türkei in Rom die Europameisterschaft 2020 (21.00 Uhr). Deutschland startet vier Tage später mit einem Spiel gegen Frankreich ins Turnier. Grund genug für RWE zu recherchieren, welche internationalen Geschichten sich an der Hafenstraße verbergen – und siehe da: Auch in den Essener Reihen versteckt sich ein EM-Sieger und Weltmeisterschafts-Teilnehmer.

 

Es ist für mich eine große Ehre, dem Verein anzugehören, in dem der ,Boss’ einst gespielt hat“, erklärte Edson Arantes do Nascimento, kurz Legenden-Torjäger „Pele“, 2005 nach der Aufnahme als Ehrenmitglied in den Verein. Damit spielt er natürlich auf keinen geringeren, als Helmut Rahn an. Der 2003 verstorbene Nationalkicker führte Deutschland 1954 zum „Wunder von Bern“ und setzte somit den Grundstein für die folgende und bis heute andauernde Erfolgsgeschichte der deutschen Fußballnationalmannschaft. Und wer aus dem rot-weissen Kader der Saison 2020/2021 trug das Nationalmannschafts-Trikot?

 

Weltmeisterschaft in den Tropen

Mit Lionel Messi auf dem Spielfeld stehen: Für viele kleine Kicker dieser Welt dürfte das beim Bolzen ein ferner Traum sein, RWE-Schlussmann Daniel Davari hat das schon erlebt. 2013, während einer starken Bundesliga-Saison bei Eintracht Braunschweig, empfahl sich der damals 25-Jährige für die iranische Nationalmannschaft unter Ex-Real-Madrid-Trainer Carlos Queiroz. Auch wenn der Keeper bei der Weltmeisterschaft in Brasilien 2014 ohne Einsatz blieb und sich mit Messi nur beim Warmmachen den Platz teilte, schaut Davari auf vier Duelle im Trikot des Irans zurück.

 

Junioren-Europameister mit Hummels und Co.

Am Ende reckte Dennis Grote mit Jerome Boateng, Mats Hummels, Manuel Neuer und Mesut Özil die Trophäe um die U21-Europameisterschaft in die Höhe. Als Spieler des VfL Bochum machte der Mittelfeldmotor mit konstanten Leistungen in der Fußball-Bundesliga auf sich aufmerksam, sodass der Vize-Kapitän schon 2007 von Ex-Jugendnationalmannschafts-Coach Dieter Eilts für die Nachwuchsauswahl ernannt wurde. Teamkollegen waren zu dieser Zeit übrigens auch Serkan Calik und Baris Özbek. Ein Ende fand die zweijährige Karriere mit 14 Einsätzen dann aufgrund des Alters: Grote war zum Zeitpunkt der EM 2009 in Schweden mit seinen 23 Jahren schon im Maximalalter angekommen. Einen Monat nach dem Endspiel war dann Schluss mit U21.

 

Junioren-Nationalmannschaft auf einem fremden Kontinent

In den Farben seines Heimatlandes kickte auch RWE-Flitzer Isaiah Young. Der Amerikaner spielte sowohl für die U20, als auch die U19-Jugend in den Staaten. Zu seinen Teamkollegen unter Ex-England-Profi Brad Friedel gehörten auch Juventus-Mittelfeldmann Weston McKennie und Klinsmann-Sohn Jonathan. Young erklärt bei seinem Willkommens-Interview in Essen: „Als ich als 18-Jähriger für die U19-Nationalmannschaft im Einsatz und teilweise auch in Europa Spiele hatte, war mir bewusst, dass das Ziel konkret werden könnte.“ Dabei wäre Young wohl ohne die Junioren-Nationalmannschaft gar nicht im Ruhrgebiet gelandet: „Während eines Länderspiels mit der U20-Nationalmannschaft bin ich den Scouts von Werder Bremen aufgefallen. Ich wurde daraufhin zu einem dreiwöchigen Probetraining eingeladen und habe überzeugt.“

Der letzte deutsche A-Nationalspieler, der auch einst das rot-weisse Trikot trug, war übrigens Mesut Özil. Der heute 32-Jährige kickte zwischen 2000 und 2005 an der Seumannstraße und gratulierte zuletzt dem aktuellen Team zum Einzug in die nächste DFB-Pokalrunde nach dem 1:0 über Arminia Bielefeld.