Nächster Gegner: U 23 von Borussia Mönchengladbach mischt wieder im oberen Tabellendrittel mit

3. Liga ist „mittel- bis langfristig“ ein Thema

Im Rückspiel gelbgesperrt: Enzo Wirtz (mi.) wird den Essenern gegen Mönchengladbach fehlen.

Die U 23 von Borussia Mönchengladbach, die am heutigen Samstag (30. März) ab 14 Uhr bei Rot-Weiss Essen an der Hafenstraße gastiert, mischt in der Regionalliga West in dieser Saison wieder im oberen Tabellendrittel mit. Vor allem die Konstanz - und das ist bei einer zweiten Mannschaft alles andere selbstverständlich - zeichnet die jungen „Fohlen“ dabei aus. Von den letzten 22 Begegnungen gingen für das Gladbacher Nachwuchsteam um Trainer und Ex-RWE-Profi Arie van Lent nur drei Partien verloren.

Die beiden vergangenen Spieltage verliefen allerdings nicht nach dem Geschmack der Gladbacher U 23. Zunächst setzte es ausgerechnet im Derby bei der zweiten Mannschaft des 1. FC Köln ein 0:3 und damit die höchste Saisonniederlage. Gegen Tabellenschlusslicht TV Herkenrath 09 kam die Mannschaft des ehemaligen Bundesliga-Spielers van Lent (120 Einsätze für Werder Bremen, Borussia Mönchengladbach und Eintracht Frankfurt) nicht über ein mageres 0:0 hinaus.

Dennoch: Die Borussia gehört aktuell zu den besten vier Mannschaften der Liga. Das ist eine deutliche Steigerung im Vergleich zur Vorsaison. Da war die zweite Mannschaft der Borussia mit zahlreichen Eigengewächsen aus der eigenen U 19 „nur“ auf dem zwölften Rang gelandet. Das sorgte allerdings keineswegs für Enttäuschung. Eher im Gegenteil! „Den Gedanken, die U 23 abzumelden, gab es bei uns nie“, sagt Roland Virkus, Direktor Jugend und Amateure. „Wir sind davon überzeugt, dass es den Spielern hilft, wenn sie direkt nach der U 19 auf möglichst hohem Niveau Erfahrungen sammeln können. Dafür ist die Regionalliga West ein gutes Ausbildungsbecken, wenn die Spieler vor bis zu 10.000 Zuschauern bei Rot-Weiss Essen oder Alemannia Aachen antreten müssen.“

Bei zwölf Punkten Rückstand auf Spitzenreiter FC Viktoria Köln und sechs Zählern Abstand zum Tabellendritten Rot-Weiß Oberhausen geht für die Borussia in dieser Saison nach oben wohl nicht mehr viel. Für die Zukunft könnte das aber anders aussehen. „Mittel- bis langfristig ist die 3. Liga unser Ziel. Ein Aufstieg würde in den Bereichen Kampf und Spieltempo neue Facetten mit sich bringen“, betont Roland Virkus. „Voraussetzung, um Spieler für die erste Mannschaft auszubilden, ist der Sprung in die 3. Liga allerdings nicht.“

Mit Offensivspieler Mike Feigenspan hat ein Akteur den Sprung in eine höhere Spielklasse bereits in der Winterpause geschafft. Der 22-Jährige überzeugte den Drittligisten Eintracht Braunschweig in einem Probetraining und unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2020 inklusive der Option auf eine weitere Spielzeit. Mike Feigenspan ist der Großneffe von Eckehard Feigenspan. Der frühere Profi war 1959 Deutscher Meister mit Eintracht Frankfurt sowie von 1962 bis 1967 auch für Rot-Weiss Essen aktiv.

Marco Cirillo vom Ligakonkurrenten Wuppertaler SV war im Winter der einzige Zugang der Gladbacher U 23. Der 20-jährige Mittelfeldspieler hat einen Vertrag bis zum 30. Juni 2020 unterschrieben. Vor der Wechselfrist tummelten sich aber auch eine ganze Reihe bekannter Namen bei der Mannschaft von Trainer Arie van Lent. Zunächst trainierten die vereinslosen Ex-Bundesliga-Profis Tobias Levels (128 Einsätze) und Eugen Polanski (254 Spiele), die beide ihre Karrieren in Mönchengladbach begonnen hatten, bei der U 23 mit. Kurz danach stellte sich mit Gianluca Gaudino auch noch der Sohn von Ex-Nationalspieler Maurizio Gaudino vor. Zu einer Verpflichtung kam es aber nicht. Den 22-jährigen Mittelfeldspieler zog es vielmehr in die Schweiz zum Erstligisten Young Boys Bern.