Nächster Gegner: SC Verl auf Unentschieden geeicht

Remis-Spezialisten aus der Vorsaison sind vorerst auf Rekordkurs.

Um 19.00 Uhr treffen die Rot-Weissen auf den SC Verl. (Foto: Endberg)

Als einzige Mannschaft in der Regionalliga West ist der SC Verl, am heutigen Freitag ab 19 Uhr Gastgeber von RWE, noch ungeschlagen. So weit, so gut! Die Bilanz der Ostwestfalen ist jedoch bei genauer Betrachtung etwas Besonderes. Denn etwas überraschend stehen nur zwei Siege zu Buche. Gleich fünf Begegnungen mit Beteiligung der Mannschaft von SCV-Trainer Guerino Capretti endeten mit Unentschieden. Damit setzen die Verler den Trend aus der Vorsaison fort.

Nach 34 Spieltagen der Saison 2017/2018, die der SC Verl auf Rang acht abschloss, hatte der SCV 17 Remis auf dem Konto - mehr als jeder andere Klub. Damit endete also statistisch gesehen jedes zweite Spiel ohne Sieger und Verlierer. Die längste Remis-Serie legten die Verler im März mit vier Partien hin. Von der Häufung der Unentschieden war auch Rot-Weiss Essen „betroffen“. Beide Duelle zwischen dem SCV und RWE endeten 1:1.

Den achten Platz aus der letzten Spielzeit sieht der 36-jährige Capretti, seit April 2017 beim SC Verl an der Seitenlinie, als Messlatte. „Wir wollen die Platzierung bestätigen und wenn möglich wiederholen. Bei einem einstelligen Endergebnis können wir von einer guten Saison reden“, so der ehemalige Spieler, der neben Verl unter anderem auch schon für den SC Preußen Münster, den FC Gütersloh und den SC Paderborn 07 am Ball war.

In seiner zweiten kompletten Saison als Verler Trainer setzt Capretti weitgehend auf Konstanz. Die Kader-Veränderungen im Sommer hielten sich jedenfalls in überschaubaren Grenzen. Mehr als ein Dutzend Spieler aus dem aktuellen Aufgebot standen bereits in der vergangenen Saison unter Vertrag. Mit Verteidiger Julian Schmidt gehört ein Spieler fast schon zum „Inventar“ des Sport-Clubs. Bereits seit 2008 trägt der gebürtige Münsteraner das Verler Trikot. Damals war der 32-Jährige von Rot Weiss Ahlen nach Ostwestfalen gewechselt und lief seitdem in mehr als 280 Ligaspielen für die Verler auf.

„Ich fühle mich beim Sport-Club pudelwohl. Sowohl die Rahmenbedingungen, aber gerade auch das familiäre Umfeld, machen den Verein für mich besonders. Es war mir immer sehr wichtig, dass ich neben dem Fußball auch meine berufliche Perspektive verwirklichen konnte. Beim SC Verl konnte ich mein Studium und nun auch meinen Job perfekt mit dem Leistungssport kombinieren“, sah Schmidt bisher keinen Grund, den Verein zu wechseln.

Nicht nur einige Spieler des SC Verl haben sich die Bezeichnung „Dauerbrenner“ verdient, auch der Verein selbst. Neben Rot-Weiß Oberhausen, Rot-Weiss Essen, dem FC Viktoria Köln, den zweiten Mannschaften von Fortuna Düsseldorf, Borussia Mönchengladbach und des 1. FC Köln sowie dem SC Wiedenbrück ist Verl einer von acht Vereinen, der seit der Umstrukturierung der Regionalligen im Jahr 2012 ohne Unterbrechung der West-Staffel angehört. Auch zuvor waren die Ostwestfalen in den damaligen Regionalligen West/Südwest (bis 2000), Nord (bis 2008) und West (bis 2012) fast immer eine feste Größe.