Nächster Gegner: RWO seit 10 Spielen ohne Niederlage

Formstarke Oberhausener besuchen am Sonntag die Hafenstraße.

Mike Terranova ist seit 2016 Trainer bei RWO.

Fünf Siege in Folge, seit zehn Spielen ungeschlagen: Wenn Rot-Weiss Essens Reviernachbar Rot-Weiß Oberhausen am kommenden Sonntag zum Derby an der Hafenstraße antritt, dann kommen die Gäste mit reichlich Rückenwind. Dank ihrer durchaus beachtlichen Serie - die letzte Niederlage gab es Ende September (0:2 bei der U 23 von Borussia Dortmund) - haben sich die „Kleeblätter“ mit nun 44 Zählern auf Tabellenplatz drei vorgeschoben. Mit einem Heimsieg gegen Oberhausen könnte RWE allerdings mit dem direkten Konkurrenten wieder nach Punkten gleichziehen. An das Hinspiel (3:0) haben die Rot-Weissen auf jeden Fall beste Erinnerungen, wollen daran anknüpfen.

Ebenso wie für RWE geht es auch für die von Ex-Profi Mike Terranova trainierten Oberhausener nicht zuletzt darum, in der Verfolgerrolle weiter Druck auf die Titelkonkurrenz aus Ostwestfalen auszuüben. Die Tabellensituation gestaltet sich aktuell schließlich ein wenig verzerrt. RWO liegt zwei Punkte hinter dem Tabellenzweiten SC Verl (eine Partie weniger als Oberhausen auf dem Konto) und neun Zähler hinter dem Spitzenreiter SV Rödinghausen, der aber schon zwei Partien mehr absolviert hat.

Der jüngste Sieg der Oberhausener in der Meisterschaft am vergangenen Wochenende war ein hartes Stück Arbeit. Gegen den Tabellenletzten SV Bergisch Gladbach 09 (2:1) hatte RWO nach einem Treffer von Metin Kizil (58.) zunächst 0:1 zurückgelegen (erstes Gegentor nach 492 Minuten). Doch Jannik Löhden (66.) sowie der eingewechselte Ex-Essener Tim Hermes (85.) sorgten für die Wende. "Wir wollten unbedingt drei Punkte einfahren, um mit gestärktem Selbstvertrauen in Essen antreten zu können. Ich ziehe vor meiner Mannschaft den Hut, dass wir das Spiel noch gedreht haben", so Terranova.

Aus Sicht von "Joker" Tim Hermes, der von 2013 bis 2015 für Rot-Weiss Essen am Ball war und seitdem für Oberhausen spielt, war der Siegtreffer gegen Bergisch Gladbach eine ganz besondere Geschichte. Denn der 28-jährige Defensivspieler hatte zuvor rund acht Monate wegen eines Bandscheibenvorfalls pausieren müssen. Gegen Bergisch Gladbach wurde Hermes erstmals in dieser Saison in einem Ligaspiel eingewechselt. Kurz vor Schluss stand er goldrichtig und hob den Ball zum Endstand ins Netz. "Es war ein emotionaler Moment für mich", gestand Tim Hermes, der nicht als einziger Ex-Essener im RWO-Aufgebot steht. Auch Innenverteidiger Jerome Propheter sowie die Außenverteidiger Jeffrey Obst und Felix Herzenbruch (ist bis zum Saisonende ausgeliehen) waren schon für RWE am Ball.

Egal wie das Duell ausgeht, ist klar: Rot-Weiss Essen und Rot-Weiß Oberhausen könnten sich in dieser Saison noch ein drittes Mal gegenüberstehen, allerdings auf einer anderen Bühne. Im Niederrheinpokal-Wettbewerb sind beide Traditionsvereine noch im Rennen um den Titel und die damit verbundene Qualifikation für den DFB-Pokal.

RWE ist dabei allerdings schon einen Schritt weiter. Dank des 9:1-Kantersieges über den benachbarten Landesligisten SV Burgaltendorf steht Rot-Weiss bereits im Halbfinale. Gleiches gilt für den Oberligisten 1. FC Kleve (4:1 beim TSV Meerbusch). RWO kann erst im Gastspiel beim Oberligisten 1. FC Bocholt (Mittwoch, 4. März, 19.30 Uhr) in die Runde der letzten vier Mannschaften einziehen. Gleichzeitig steigt auch das Pokal-Derby zwischen der SSVg Velbert und TVD Velbert um den vierten Halbfinal-Platz. Erst nach der Austragung der beiden Partien soll die Vorschlussrunde ausgelost werden.

Sollte sich RWO in Bocholt durchsetzen, könnte es theoretisch bereits im Halbfinale zum "Showdown" zwischen den einzigen im Wettbewerb verbliebenen Regionalligisten kommen. Möglicherweise gibt es dieses Duell auch erst im Endspiel. Zuletzt gab es diese Final-Paarung 2018. Damals siegte RWO im eigenen Stadion knapp 2:1.