Nächster Gegner: Neuer Trainer und halbes Dutzend Ex-Rot-Weisse

Trainer Adrian Alipour strebt mit Bergischen ehrgeizige Ziele an.

Das Hinspiel konnten die Rot-Weissen mit 5:1 für sich entscheiden. (Foto: Tillmann)

Adrian Alipour lebt seinen Traum. Vor rund zwei Monaten hat der 40-jährige beim ehemaligen Bundesligisten Wuppertaler SV die bislang größte Herausforderung seiner Trainerlaufbahn angetreten. Bisher läuft es für ihn beim WSV, der am nächsten Spieltag (Sonntag, 2. Dezember, 14 Uhr) Rot-Weiss Essen zum Traditionsderby empfängt, nicht so schlecht. Nach elf Spielen unter Alipours Regie stehen nur zwei Niederlagen zu Buche. Eine bessere Platzierung als Rang neun verhinderten gleich fünf Unentschieden (bei vier Siegen) und die schwache Auftaktphase der mit ambitionierten Zielen gestarteten Bergischen.

Alipours Einstieg beim WSV - nur wenige Stunden nach der Trennung von Vorgänger Christian Britscho - ging „hopplahopp“. Von der Einigung mit Wuppertal bis zum ersten Pflichtspiel im Verbandspokal (8:0 beim A-Kreisligisten SV Rees) vergingen nur etwas mehr als 24 Stunden. Vier Tage später gab es bei Alipours Ligapremiere ein 0:0 gegen Alemannia Aachen. Zuletzt spielte Wuppertal 1:1 bei der abstiegsbedrohten U 21 des 1. FC Köln.

Fußball ist für Alipour, der zuvor den ASC Dortmund in der Oberliga Westfalen betreut hatte, nach eigener Aussage nicht nur Leidenschaft: „Fußball ist mein Leben“. Seit ihm sein Vater bereits im Windelalter einen Ball zuwarf, ist das runde Leder aus dem Leben von Alipour nicht mehr wegzudenken: „In meiner Kindheit gab es noch keine Playstation. Wir waren immer draußen und haben gekickt.“

Schon als Spieler wollte Alipour Trainer werden. Die eigene Karriere - unter anderem spielte er sechs Jahre für den SC Willingen (aktuell Verbandsliga) - beendete er bereits im Alter von 29 Jahren nach unzähligen Verletzungen. „Ich habe dann einen Verein in Dortmund gesucht, der einen Nachwuchstrainer verpflichten möchte“, erinnert sich der A-Lizenz-Inhaber. Beim Kirchhörder SC war bei der U 19 eine Stelle frei. „Ich habe mir ein Konzept überlegt und dem Klub vorgestellt. Das kam dann wohl so gut an, dass mir der Verein gleich die Verantwortung für die erste Mannschaft in der Bezirksliga übertragen hat“, erinnert sich Adrian Alipour.

Insgesamt sieben Jahre arbeitete Alipour für Kirchhörde. Er führte den Klub in die Landesliga, gewann den Kreispokal und stieg dann auch noch in die Westfalenliga auf. Der Lohn: Im Sommer 2016 übernahm er für drei Spiele das Amt des Co-Trainers beim Wuppertaler SV unter dem damaligen Cheftrainer Stefan Vollmerhausen. „Mit meiner damaligen Haupttätigkeit bei einer Krankenkasse war das aber nicht zu stemmen“, erklärt Alipour seinen schnellen Abschied: „Der WSV ist ein Profiverein und benötigt Mitarbeiter, die ihr Amt professionell ausfüllen können. Das konnte ich damals nicht. Umso glücklicher bin ich, dass ich mich jetzt zum ersten Mal 24 Stunden auf den Fußball konzentrieren kann.“

Dass sich die Tür beim WSV für ihn nach dem Engagement beim ASC Dortmund erneut geöffnet hat, erfüllt Alipour mit „großem Stolz. Wenn sich ein Klub wie Wuppertal bei dir meldet, sagst du ohne großes Überlegen zu. Ich bin mir darüber bewusst, dass ich jetzt aber auch funktionieren und liefern muss. Dafür gebe ich alles“, sagt Alipour.

Zu Alipours Spielern gehören gleich sechs ehemalige Essener. Allein im Sommer fanden mit Jan-Steffen Meier, Dennis Malura und Kamil Bednarski drei RWE-Spieler den Weg nach Wuppertal. Eine rot-weisse Vergangenheit haben auch Silvio Pagano, Gino Windmüller und Daniel Grebe. Sie alle konnten jedoch nicht verhindern, dass sich der WSV im Hinspiel an der Hafenstraße 1:5 geschlagen geben musste.