Nächster Gegner: Mit dem „Siegerländer Weg“ in die Regionalliga

1. FC Kaan-Marienborn nach nur zwei Oberliga-Spielzeiten aufgestiegen.

Für RWE geht es morgen im Siegener Leimbachstadion um Punkte. (Foto: Endberg)

Hinter dem 1. FC Kaan-Marienborn, der am morgigen Samstag (11. August) ab 14.00 Uhr Rot-Weiss Essen im Siegener Leimbachstadion empfängt, liegt ein steiler Aufstieg. Nach nur zwei Spielzeiten in der Oberliga Westfalen war die Mannschaft unter Trainer Thorsten Nehrbauer in die Regionalliga West aufgestiegen.

Als Ex-Bundesligaprofi Thorsten Nehrbauer (zwei Einsätze für Hannover 96) die Mannschaft aus Kaan-Marienborn, einem Siegener Stadtteil, im Januar 2014 übernommen hatte, ging der 1. FC noch in der Verbandsliga an den Start. 2016 gelang im Entscheidungsspiel gegen den Delbrücker SC (4:1) der Aufstieg in die Oberliga Westfalen.

Dass in diesem Frühjahr ein weiterer Gang in die höhere Spielklasse angetreten werden kann, hatte sich zunächst nicht angedeutet. Das Team von Trainer Nehrbauer war mit zwei Niederlagen in die neue Saison gestartet. Im Westfalenpokal unterlag Kaan-Marienborn beim Westfalenligisten DJK TuS Hordel trotz eigener Führung am Ende noch 1:2 (1:0). Und auch im ersten Ligaspiel beim FC Eintracht Rheine (1:3) mussten sich die Siegerländer geschlagen geben.

Das Spiel in Rheine sollte aber für lange Zeit die einzige Begegnung ohne Punkte sein. Nach dem ersten Saisonsieg am 2. Spieltag gegen die U 23 des SC Paderborn 07 (3:1) blieben Nehrbauer-Kicker zwölf Spiele in Folge ohne Niederlage (30 Punkte) und stellten damit einen Saisonrekord auf. Der Grundstein für den späteren Aufstieg (als Vizemeister hinter dem SV Lippstadt 08) war gelegt.

Auch abseits des sportlichen Bereichs verfolgt der 1. FC Kaan-Marienborn, der 2007 aus dem TuS 1886 Kaan-Marienborn hervorgegangen war, ein erfolgreiches Konzept. Gemeinsam mit Industrieunternehmen aus Südwestfalen hatte der Verein 2011 das gemeinsame Projekt „Der Siegerländer Weg - Erfolg in Sport und Beruf!“ ins Leben gerufen. Hier sollen die Spieler neben ihrer fußballerischen Tätigkeit beim 1. FC Kaan-Marienborn bei den Kooperationspartnern des Klubs eine berufliche Perspektive bekommen. Das Projekt umfasst neben der Möglichkeit einer Ausbildung auch ein duales Studium oder den beruflichen Direkteinstieg.

In dieser Saison neu eingestiegen sind beim 1. FC Kaan-Marienborn acht Spieler, von denen nur Innenverteidiger Jannik Schneider (zuvor Fortuna Düsseldorf U 23) und Mittelfeldspieler Jens Bauer (1. FC Köln U 21) zuletzt in der Regionalliga West unter Vertrag standen. Aus seiner Zeit bei Fortuna Köln (von 2015 bis 2017) bringt der 22-jährige Schneider sogar die Erfahrung von 14 Drittligapartien mit.

Der erste Treffer der Vereinsgeschichte des 1. FC Kaan-Marienborn in der Regionalliga West ging auf das Konto von Neuzugang Elsamed Ramaj (zuvor TSG Sprockhövel). Der 22-jährige Deutsch-Albaner hatte den Liganeuling am 1. Spieltag gegen die zweite Mannschaft des 1. FC Köln (1:1) in Führung gebracht. Den Kölnern war aber zwei Minuten vor dem Ende durch Paul Maurer noch der Ausgleich gelungen.

Auf das erste „richtige“ Heimspiel muss Kaan-Marienborn noch warten. Die Partie gegen die die Kölner „Geißböcke“ wurde bereits im Leimbachstadion, der Heimspielstätte des Nachbarn und ehemaligen Zeitligisten Sportfreunde Siegen, ausgetragen. Hintergrund: Die Umbauarbeiten in der heimischen Herkules-Arena waren noch nicht abgeschlossen. Der Gästeblock ist noch nicht fertiggestellt. Auch die Partie gegen Rot-Weiss Essen geht deshalb im Leimbachstadion über die Bühne. Damit verbinden die RWE-Fans positive Erinnerungen. Schließlich hatten die Rot-Weissen dort 2011 den direkten Wiederaufstieg in die Regionalliga West gefeiert.