Nächster Gegner: Markus Pazurek das neue Führungs-„Fohlen“

Ex-Essener Arie van Lent fördert weiterhin U 23-Talente von Borussia Mönchengladbach.

Die Fohlen zählen zu den spielstärksten Teams der Liga. (Foto: Endberg)

Bei der U 23 von Borussia Mönchengladbach, die bereits am morgigen Mittwoch, 26. September, (ab 19 Uhr) im Rahmen der englischen Woche in der Regionalliga West Rot-Weiss Essen im Rheydter Grenzlandstadion empfängt, ist Kontinuität angesagt. Auch in dieser Saison sitzt mit Ex-RWE-Profi Arie van Lent ein alter Bekannter auf der Trainerbank.

Der 47-jährige ehemalige Bundesligaspieler ist seit September 2015 für die „Jungfohlen“ verantwortlich. Zuvor hatte van Lent, der zwischen 1999 und 2004 auch als Stürmer für die Gladbacher Profis auflief, die U 19 in der West-Staffel der A-Junioren-Bundesliga betreut. Schon in seinem ersten Jahr bei der U 23 führte er die Mannschaft auf Platz zwei der Regionalliga West, nur eine Saison später stand Platz drei zu Buche.

Nach einem Umbruch im vergangenen Jahr lief es sportlich zuletzt nicht ganz so gut. Deshalb landete die zweite Mannschaft von Borussia Mönchengladbach mit zahlreichen Eigengewächsen „nur“ auf dem zwölften Rang. Das sorgte allerdings keineswegs für Enttäuschung. „Wir sind sowohl mit der Entwicklung der Mannschaft als auch der einzelnen Spieler sehr zufrieden“, lobt Roland Virkus, Direktor Jugend und Amateure. Daher überraschte es auch nicht, dass die Verträge mit Arie van Lent und seinem Assistenten Alexander Ende bis zum 30. Juni 2020 ausgedehnt wurde. „Ich fühle mich sehr wohl bei Borussia. Mir macht es sehr viel Spaß, die jungen Spieler weiterzuentwickeln“, so van Lent.

Borussia Mönchengladbach folgt damit nicht den Beispielen einiger andere Bundesligisten und hält an der zweiten Mannschaft fest. „Den Gedanken, die U 23 abzumelden, gab es bei uns nie“, so Virkus. „Wir sind davon überzeugt, dass es den Spielern hilft, wenn sie direkt nach der U 19 auf möglichst hohem Niveau Erfahrungen sammeln können. Dafür ist die Regionalliga West ein gutes Ausbildungsbecken, wenn die Spieler vor bis zu 10.000 Zuschauern bei Rot-Weiss Essen oder Alemannia Aachen antreten müssen.“

Auch diesmal wurde bei der Zusammenstellung des Kaders großer Wert auf den eigenen Nachwuchs gelegt. Insgesamt sieben Spieler sind aus der U 19 aufgerückt. Die vielleicht interessanteste Personalie dabei ist Justin Steinkötter. Der Angreifer wurde mit 20 Treffern in 25 Einsätzen Torschützenkönig der West-Staffel.

Bei den vier externen Zugängen sticht ein Routinier hervor: Markus Pazurek. Der bereits 29-jährige Außenverteidiger kam vom Drittligisten SC Fortuna Köln. Seinen Vertrag in der Domstadt hatte er für das Engagement in Gladbach vorzeitig aufgelöst. Im Sommer 2013 war Pazurek vom 1. FC Saarbrücken nach Köln gewechselt. Seitdem kam der Linksfuß in 175 Pflichtspielen für die Fortuna zum Einsatz.

Neben Pazurek, der in Gladbach Abwehr-Routinier Oliver Stang (30/zur SV 07 Elversberg in die Regionalliga Südwest gewechselt) ersetzen soll, kann Arie van Lent mit Guiseppe Pisano auf einen weiteren „Oldie“ wieder in vollem Umfang zurückgreifen. Verletzungsbedingt kam der 30-jährige Stürmer und Borussia-Kapitän in der letzten Saison nur in 15 Spielen zum Einsatz. Seit dem 25. Februar 2017 an war der gebürtige Düsseldorfer verletzungsbedingt mehr als ein Jahr lang ausgefallen. In einem Testspiel gegen den FC Wegberg-Beeck (0:1) hatte sich der Stürmer unter anderem einen Schien- und Wadenbeinbruch zugezogen.

Die lange Verletzungspause war ein schwerer Schlag für die Gladbacher, war Pisano doch in den vier vorausgegangenen Spielzeiten mit einer jeweils zweistelligen Anzahl an Treffern stets ein Garant für das sportlich gute Abschneiden. Die „Fohlen“ waren in der Endabrechnung immer im oberen Tabellendrittel gelandet. In der Saison 2014/2015 schoss der Angreifer seine Mannschaft mit 16 Treffern sogar zur Meisterschaft. Erst in der Aufstiegsrunde zur 3. Liga scheiterte die zweite Mannschaft von Borussia Mönchengladbach unter ihrem damaligen Trainer Sven Demandt (später bekanntlich auch bei RWE tätig) an der U 23 von Werder Bremen (0:0 und 0:2 nach Verlängerung).

„Die 3. Liga würde in den Bereichen Kampf und Spieltempo neue Facetten mit sich bringen“, so Virkus. „Mittel- bis langfristig ist die 3. Liga auch unser Ziel. Voraussetzung, um Spieler für die erste Mannschaft auszubilden, ist sie allerdings nicht.“