Nächster Gegner: „Kleeblätter“ mischen in der Spitzengruppe mit

RWO nach mäßigem Saisonstart auf Platz 5 geklettert.

Morgen trifft RWE im Derby auf Rot-Weiß Oberhausen. (Foto: Endberg)

Eine anspruchsvolle Aufgabe wartet am 15. Spieltag in der Regionalliga West auf Rot-Weiss Essen. Die Mannschaft des neuen RWE-Trainers Argirios Giannikis empfängt am heutigen Samstag ab 14.00 Uhr Rot-Weiß Oberhausen zum traditionsreichen Derby. Sogar in der Bundesliga (zwischen 1969 und 1971) gab es dieses Duell bereits viermal, RWE blieb bei einem Sieg und drei Remis ungeschlagen. Außerdem standen sich die beiden benachbarten Klubs auch schon in der einst erstklassigen Oberliga West, in der 2. Bundesliga, in den Regionalligen West, West/Südwest und Nord, im DFB- und im Niederrheinpokal gegenüber.

Die „Kleeblätter“, die am vergangenen Montag mit dem 4:0-Heimsieg gegen den Bonner SC ein kleines Zwischentief von zuvor drei Partien ohne Sieg beendeten, kommen als Tabellenfünfter an die Hafenstraße. Der Rückstand auf Spitzenreiter KFC Uerdingen 05 beträgt vier Punkte. Auch für die nächsten Wochen und Monate haben es sich die Oberhausener zum Ziel gesetzt, weiterhin in der Spitzengruppe mitzumischen.

Schon während der vergangenen Spielzeit war RWO nicht nur auf Platz vier gelandet, sondern stellte auch mit 35 Punkten aus 17 Spielen noch vor Meister FC Viktoria Köln die beste Rückrundenmannschaft der Liga. Dennoch nahmen Oberhausens Trainer Mike Terranova und der neue Sportliche Leiter Jörn Nowak - beide früher selbst als aktive Spieler für RWO am Ball, einige Veränderungen am Kader vor. So verließen mit Simon Engelmann (14 Tore/zum SV Rödinghausen), Raphael Steinmetz (Wuppertaler SV) und Arnold Budimbu (jeweils acht Treffer, zum FC Schalke 04 U 23) immerhin die drei besten Torschützen der abgelaufenen Saison den Verein.

In erster Linie soll Philipp Gödde, der in der letzten Saison noch für Alemannia Aachen am Ball war, die entstandene Lücke im Angriff schließen. Sein Debüt für RWO war dabei schon mal vielversprechend. Am ersten Spieltag markierte der 23-jährige Blondschopf beim 2:1-Auftaktsieg gegen Aufsteiger SV Westfalia Rhynern auf Anhieb den entscheidenden Treffer. Auf sein zweites Saisontor musste Gödde dann allerdings lange warten. Erst beim 4:0 gegen Bonn platzte wieder der Knoten. Zuvor hatte er sich beim spektakulären 9:3 im Niederrheinpokal gegen den Oberliga-Spitzenreiter SC Düsseldorf-West mit einem Viererpack empfohlen und neues Selbstvertrauen getankt. Neben Gödde trugen sich gegen Bonn auch der erst 19-jährige Tarik Kurt, der bei seinem Startelfdebüt auf Anhieb doppelt traf, sowie der Ex-Aachener Rafael Garcia für RWO in die Torschützenliste ein.

Ebenfalls von der Alemannia kam mit Jannik Löhden einer der torgefährlichsten Innenverteidiger der Liga nach Oberhausen. In den Planungen der Verantwortlichen nahm er die vorherige Rolle des ehemaligen RWE-Nachwuchsspielers Oliver Steurer (inzwischen Borussia Dortmund U 23) in der RWO-Abwehr ein. Nach bislang zehn Einsätzen in dieser Saison fällt Löhden jedoch wegen eines Muskelabrisses für längere Zeit aus, verpasst ebenso wie Kapitän Patrick Bauder (Bluterguss im Knie) und Rechtsverteidiger Daniel Heber (muskuläre Probleme), der ebenfalls eine RWE-Vergangenheit hat, das Derby an der Hafenstraße.

Mit Patrick Schikowski konnten die „Kleeblätter“ außerdem einen alten Bekannten am Stadion Niederrhein begrüßen. Der 25-jährige Außenbahnspieler hatten die letzten beiden Jahre in der 3. Liga verbracht (bei Rot-Weiß Erfurt und bei den Sportfreunden Lotte), kam dort allerdings nur zu wenig Spielzeit. Zurück an alter Wirkungsstätte war Schikowski in dieser Saison für RWO in 13 von 14 Saisonspielen am Ball (drei Tore, drei Vorlagen), wurde zuletzt gegen Bonn allerdings nur eingewechselt.

Dass Rot-Weiß Oberhausen ein Kandidat für die vorderen Ränge in der Regionalliga West ist, zeigt schon ein Blick auf die Platzierungen der letzten Jahre. In jeder der vergangenen vier Spielzeiten sprang am Ende ein Platz unter den ersten fünf Mannschaften heraus. Das dies allerdings auch in der abgelaufenen Saison der Fall sein würde, konnte man nach dem verkorksten Saisonstart nur schwer erahnen. Die ersten vier Spiele gingen unter dem damaligen Trainer Andreas Zimmermann allesamt verloren. Nicht einmal ein Tor sprang heraus. Die Folge: Zimmermann musste seinen Hut nehmen. Für ihn übernahm der vorherige U 23-Trainer und Vereinsikone (232 Pflichtspiele) Mike Terranova.

Bereits zur Winterpause hatte der 40-Jährige den Traditionsverein bis auf Platz acht geführt. Durch neun Siege in Folge spülte es RWO in der Tabelle zwischenzeitlich sogar bis auf den zweiten Tabellenplatz vor. Am Ende reichte es zu Rang vier. Diesmal soll es möglichst noch weiter nach oben gehen. Dabei sollen auch noch einige weitere frühere RWE-Spieler mithelfen. So gibt es an der Hafenstraße ein Wiedersehen mit Linksverteidiger Tim Hermes und Innenverteidiger Kai Nakowitsch.