Nächster Gegner: In der Regionalliga angekommen

1. FC Kaan Marienborn reist morgen an die Essener Hafenstraße.

Am morgigen Samstag treffen die Rot-Weissen auf die Elf von Thorsten Nehrbauer. (Foto: 1. FC Kaan Marienborn)

Hinter dem 1. FC Kaan-Marienborn, der am morgigen Samstag (ab 14.00 Uhr) im Rahmen des 20. Spieltages in der Regionalliga West seine Visitenkarte an der Essener Hafenstraße abgibt, liegt ein steiler Aufstieg. Nach nur zwei Spielzeiten in der Oberliga Westfalen war die Mannschaft unter Trainer Thorsten Nehrbauer erstmals in der Vereinsgeschichte in die Regionalliga West aufgestiegen. Dort ist der Verein inzwischen richtig angekommen.

Der 40-jährige Ex-Profi sieht bei seiner Mannschaft noch sehr viel Entwicklungspotenzial. Der ehemalige U21-Nationalspieler, der seit 2014 bei den Siegerländern an der Seitenlinie steht, absolvierte während seiner Karriere zwei Erst- und 132 Zweitligaspiele, gibt diese Erfahrung nun an seine Spieler weiter. „Ich kann beim 1. FC Kaan-Marienborn meinen Lebenstraum verwirklichen“, so Nehrbauer, der bei „Känern“ noch einen Vertrag bis 2020 besitzt.

Der Trainer zeigt sich kurz vor der Winterpause vom Klassenverbleib seiner Mannschaft überzeugt. Dabei sah es für den Aufsteiger zu Saisonbeginn recht düster aus. Erst am 12. Spieltag konnte der Neuling mit einem überraschenden 3:2-Auswärtserfolg bei Rot-Weiß Oberhausen seinen ersten Dreier bejubeln. Seitdem ging es aber deutlich bergauf. Es folgten drei weitere Siege, mit denen der Anschluss an die Nichtabstiegsplätze gelang.

Allerdings hatte der 1. FC Kaan-Marienborn auch schon im ersten Saisonviertel einige positive Ansätze gezeigt - trotz der ausgebliebenen Erfolgserlebnisse. Bis auf die 0:4-Auswärtsniederlage beim Mitaufsteiger TV Herkenrath 09 und der 1:4-Heimniederlage gegen Rot-Weiss Essen hatten die Siegerländer in jedem Spiel ihre Chancen, waren immer ganz dicht dran. „Der schlechte Saisonstart ist zum einen auf unseren späten Aufstieg und danach auf unsere suboptimale Vorbereitung zurückzuführen“, sagt Thorsten Nehrbauer im Rückblick. Erst am letzten Spieltag in der Oberliga Westfalen hatten die „Käner“ durch ein torloses Remis bei der Hammer SpVg der Aufstieg perfekt.

Danach stand für den Sportlichen Leiter Jochen Trilling, der innerhalb kürzester Zeit einen schlagkräftigen Kader zusammenstellen musste, viel Arbeit auf dem Programm. „Viele Spieler hatten ihren Urlaub bereits gebucht und konnten nicht im vollen Umfang die Vorbereitung mitmachen“, erinnert sich Nehrbauer. „Auch die Roten Karten für unsere Neuverpflichtungen Jannik Schneider, der von Fortuna Düsseldorfs U 23 zu uns gekommen war, und Mehmet Kurt, der zuvor für den SC Verl gespielt hatte, waren nicht hilfreich.“ Beide wurden vom Verband für vier Wochen gesperrt.

Erst Ende August hatte der Aufsteiger mit der Verpflichtung des ehemaligen Essener Rot-Weissen Leon Binder (zuletzt KFC Uerdingen 05) die Kaderplanungen abgeschlossen. Für den 31-jährigen Routinier, der an der Hafenstraße den Spitznamen die „Axt“ bekam, ist die Rückkehr an seine frühere Wirkungsstätte ein ganz besonderes Spiel. Im Januar 2015 war Binder von der U 21 des 1. FC Köln zu Rot-Weiss Essen gewechselt und absolvierte insgesamt 41 Spiele (fünf Tore). Für seinen neuen Verein 1. FC Kaan-Marienborn stand die „Axt“ bislang in zwölf Spielen (ein Tor) in der Startelf, verpasste lediglich eine Partie wegen einer Gelb-Rotsperre.

Aktuell haben die „Käner“ neben den sportlichen Ausfällen von Mittelfeldspieler Andre Schilamow (Knieprobleme) und Innenverteidiger Moritz Brato (Adduktorenverletzung) auch noch mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. Wegen Umbauarbeiten in der heimischen Herkules-Arena müssen die Siegerländer ihre Heimspiele im benachbarten Leimbachstadion, der Spielstätte des Oberligisten Sportfreunde Siegen, austragen. „Auch für unsere vier Trainingseinheiten unter der Woche müssen wir jeweils eine fremde Platzanlage in der Umgebung anmieten, bis unser Stadion fertiggestellt ist“, sagt Nehrbauer.

Am zurückliegenden Spieltag hatte die Platzkommission der Stadt Siegen den Naturrasen des Leimbachstadions gesperrt. Das geplante Heimspiel des 1. FC Kaan-Marienborn gegen den Mitaufsteiger TV Herkenrath 09 musste deshalb verschoben werden. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.