Nächster Gegner: Geschichte wiederholt sich

Freud und Leid liegen bekanntlich nah beieinander. Davon kann der TuS Erndtebrück, morgiger Gast des letzten RWE-Heimspiels in dieser Saison ebenfalls ein Liedchen singen.

Geschichte wiederholt sich: Dem morgigen Gast an der Hafenstraße geht es genauso.

Bevor das letzte Heimspiel von Rot-Weiss Essen gegen den TuS Erndtebrück am morgigen Samstag um 14.00 Uhr angepfiffen wird, kann sich der Gast an der Hafenstraße zweier Sachen sicher sein.

Zum einen steigt der Verein aus der Regionalliga West ab und spielt kommende Saison in der Oberliga Westfalen. Den Aufsteiger trennen zwei Spieltage vor dem Saisonende sechs Zähler vom 15. Tabellenplatz, der auch nur dann für den Klassenverbleib reichen würde, wenn der Meister der Regionalliga West in die 3. Liga aufsteigen sollte. Neben dem Punkterückstand müsste Erndtebrück gegenüber der U 23 von Fortuna Düsseldorf aber auch noch 17 Treffer aufholen, um diese Chance zu wahren. TuS-Trainer Florian Schnorrenberg gibt sich daher auch keinen Illusionen hin: „Das wird uns in zwei Spielen wohl kaum gelingen.“ Wie bereits in der Saison 2015/16 steigen die Wittgensteiner damit erneut aus der Regionalliga West ab.

Zur Winterpause hatte der TuS durchaus noch Hoffnung, die Wende einleiten zu können. Doch trotz mehrerer Neuzugänge wie die beiden Defensivspieler Daniel Svab und Admir Terzic oder den Angreifer Lukas Rösch vom Landesligisten SC Brühl, ließ sich der Gang in die Oberliga Westfalen nicht mehr abwenden. „Wenn wir auf die Anzahl unserer erzielten Tore schauen, sehen wir einen entscheidenden Grund für den erneuten Abstieg. Gemeinsam mit Westfalia Rhynern bedeuten 26 Treffer den niedrigsten Wert. Wir haben es als Mannschaft leider nicht geschafft, uns bei der Qualität der Torabschlüsse zu steigern“, zieht Trainer Schnorrenberg ein nüchternes Fazit.

Ein sportlicher Höhepunkt bleibt den Wittgensteinern jedoch erhalten. Zum dritten Mal in vier Jahren qualifizierte sich der TuS Erndtebrück für die DFB-Pokal-Hauptrunde. Durch einen 2:1-Auswärtssieg im Verbandspokal-Halbfinale beim Drittligisten Sportfreunde Lotte zog man das Ticket, welches für die Teilnahme am DFB-Pokal berechtigt. Da der zweite Finalteilnehmer SC Paderborn 07 bereits durch den Aufstieg in die 2. Bundesliga für den „großen“ Pokalwettbewerb teilnehmen darf, ist dem TuS Erndtebrück das Ticket für den DFB-Pokal bereits mit dem Finaleinzug nicht mehr zu nehmen. „Die Partie in Lotte hatte für uns Finalcharakter. Die Mannschaft ist über sich hinausgewachsen und mit einer tollen Leistung verdient ins Finale eingezogen“, so Schnorrenberg.

Für die Erndtebrücker ist das übrigens kein „Neuland“. Schon 2015 (0:5 in der ersten Runde gegen den SV Darmstadt 98) und 2017 (0:3 gegen Eintracht Frankfurt) war der TuS im DFB-Pokal dabei und durfte sich im Siegener Leimbachstadion jeweils über große Kulissen freuen. „Es ist eine Riesensache für den Verein, zum dritten Mal in vier Jahren im DFB-Pokal dabei zu sein. Das war vor der Saison ein gestecktes Ziel. Deshalb würde ich auch trotz des Abstiegs nicht von einer schlechten oder enttäuschenden Saison reden wollen. Es war für uns ein schönes Erlebnis, erneut in der Regionalliga mitspielen zu dürfen“.