Nächster Gegner: Berlinski „den Abschied bereiten, den er verdient hat“

33-jähriger Aufstiegstrainer wird SV Lippstadt 08 zum Saisonende verlassen.

Im Hinspiel mussten die Essener nach einem Platzverweis eine Stunde in Unterzahl auskommen. (Foto: Gohl)

Daniel Berlinski ist beim SV Lippstadt 08, der am Samstag, 3. März, 14.00 Uhr, Rot-Weiss Essen im Rahmen des 24. Spieltages empfängt, auf „Abschiedstournee“. Der 33-jährige Aufstiegstrainer, der erst seit Oktober 2017 im Verein war, wird den westfälischen Liganeuling zum Saisonende verlassen, um eine neue Herausforderung anzunehmen.

„Wir haben in kurzer Zeit den maximalen Erfolg herausgeholt und viele junge Spieler auf ein sehr gutes Niveau gebracht“, sagt Berlinski. „Vom zwölften Platz aus haben wir in der Oberliga noch die Spitzenposition erobert und uns als Aufsteiger mit Platz 13 eine gute Ausgangslage für den Klassenverbleib in der Regionalliga geschaffen. Mehr ist in nächster Zeit aber mit dem Lippstädter Umfeld nicht möglich. Daher möchte ich mich einer neuen Herausforderung stellen“, erklärt der gebürtige Sauerländer, der im März die Prüfungen zur Trainer-A-Lizenz absolviert.

Bei einem neuen Klub hat Berlinski noch nicht unterschrieben, macht aber kein Geheimnis daraus, möglichst bald hauptamtlich arbeiten zu wollen. Lippstadt könnte dabei erneut ein gutes Sprungbrett sein. Mit Daniel Farke schaffte ein Vorgänger von Berlinski, der in einer Firma von BVB-Boss Hans-Joachim Watzke arbeitet, über die Station bei der U 23 von Borussia Dortmund den Sprung nach England zu Norwich City, ist dort in der 2. Liga auf Premier League-Kurs.

Beim Nachfolger-Profil hat Sport-Chef Brökelmann klare Vorstellungen: „Der neue Trainer muss Spaß daran haben, junge Spieler in die Mannschaft einzubauen und viel Wert auf ballbesitz-orientierten Fußball legen.“ Der Fokus gilt aber nicht allein der Suche nach einem neuen Trainer. „Wir wollen Daniel mit dem Klassenverbleib den Abschied bereiten, den er sich verdient hat.“

Die Ausgangslage dafür ist nach den ersten Spielen im Jahr 2019 richtig gut und hat sich nach der kleinen Schwächephase in der zweiten Hälfte der Hinrunde merklich gebessert. Nach dem 13. Spieltag belegte der SV Lippstadt 08 als Aufsteiger einen sensationellen dritten Platz. Aus den sechs Spielen vor der Winterpause sprangen aber nur noch drei Punkte heraus. „Unser Problem in dieser Phase war vor allem die Chancenverwertung. Wir wurden von keinem Gegner an die Wand gespielt“, sagt Trainer Berlinski. Besser klappte es in den Spielen nach der Winterpause. Aus drei absolvierten Partien holte der Aufsteiger die maximale Punktausbeute (1:0 gegen 1. FC Köln II, 2:0 gegen den TV Herkenrath und 3:0 gegen den Wuppertaler SV) und findet sich dadurch punktgleich mit den Rot-Weissen auf Rang 7 der Tabelle wieder.

Bei den bisherigen Regionalliga-Duellen zwischen Rot-Weiss Essen und dem SV Lippstadt 08 war bisher schon jeder mögliche Spielausgang dabei. In drei Vergleichen gab es aus Sicht von RWE einen Sieg, ein Unentschieden und eine Niederlage. Das Hinspiel an der Hafenstraße entschied der Aufsteiger aus Lippstadt 3:2 (0:2) für sich. In Erinnerung blieben vor allem die Rote Karte für RWE-Angreifer Kai Pröger (inzwischen SC Paderborn 07), die ihm eine vierwöchige Sperre einbrachte, und der vergebene Strafstoß der Rot-Weissen kurz vor dem Abpfiff.