„Müssen uns auf die anstehenden Aufgaben fokussieren!“

Mit 2:1 gewannen unsere Rot-Weissen das Auswärtsspiel in Ahlen. Für Neu-Trainer Sven Demandt ein sehr erfreulicher erster Tag an der Seitenlinie. Wenige Tage später dann das bittere 0:1 trotz deutlicher Überlegenheit gegen Erndtebrück. Im Interview spricht er über seinen Einstieg als Chef-Trainer von Rot-Weiss Essen.

Sven Demandt (re.) und sein Co-Trainer Jürgen Lucas gehen die nächsten Tage und Wochen fokussiert an. (Foto: POTTrait)

Sven, nach kaum zwei Tagen als Chef-Trainer unseres RWE ging es gegen Ahlen schon um Punkte. Besser hätte dein erstes Spiel wohl kaum laufen können, oder?
Sicher nicht. Mehr als einen Sieg konnte man natürlich nicht erwarten. Mich hat aber vor allem zufrieden gestellt, wie die Mannschaft aufgetreten ist. Das hat mich sehr gut gefallen.

Welche Änderungen hast du vorgenommen?
Bei dem Tabellenstand und auch dem Verlauf einiger Spiele in der Hinrunde und auch nach der Winterpause war es wichtig, dass die Spieler Selbstbewusstsein tanken. Das haben wir im Training mit einigen Übungen erarbeitet. Viele Änderungen konnte ich noch nicht vornehmen, das ist ja klar. Die Jungs wollten schließlich auch vorher die Spiele gewinnen. Einige Dinge funktionierten aber nicht so, wie sie sich das vorgestellt hatten. Mit der Leistung, die wir dann letztlich gezeigt haben, haben wir es verdient, in Ahlen zu punkten. Daran wollen wir jetzt anknüpfen.

Was hattet ihr euch für das Spiel vorgenommen?
Wir wussten vorher, dass Ahlen in einer guten Verfassung ist. Fünf Siege in Serie sprechen für sich. Und als ich mir die Mannschaft in Velbert angeschaut habe, hat sich diese Form bei mir bestätigt. Für uns war aber entscheidend, dass wir unsere Leistung abrufen. Wir mussten einen Weg finden, um ins Spiel zu finden und aus der Ordnung nach vorne zu spielen. In den ersten zehn Minuten war noch eine leichte Verunsicherung spürbar, aber das ist normal. Insgesamt ist uns das, was wir uns vorgenommen haben, auch gelungen.

Wie schwierig war es, nach der Unterbrechung wieder ins Spiel zu kommen?
Da müsste man eher die Jungs fragen (lacht). Ich hatte den Eindruck, dass wir direkt nach der Unterbrechung wieder auf dem Platz waren. Wir sind gut aus dieser Pause gekommen. Marwin Studtrucker hatte danach ja auch noch eine Torchance. Trotzdem gehen einem bei einer 2:0-Führung natürlich auch einige Szenarien durch den Kopf.

Kurz vor Schluss wurde es dann noch einmal eng. Wie groß war die Erleichterung nach dem Abpfiff?
Die Erleichterung war natürlich da, aber wir hatten den Sieg verdient. Ich weiß, dass es in einigen Spielen Rückschläge in der Schlussphase gab. Umso wichtiger ist es, dass wir die Führung über die Zeit gerettet haben.

Wie groß war der Wille, endlich wieder einen Auswärtssieg zu landen?
Wir haben die Auswärtsbilanz gar nicht großartig thematisiert. Ein Trainerwechsel bringt ja mit sich, dass Vieles wieder bei Null anfängt. Das gilt auch für die Spieler. Wir haben das ausgeblendet und uns darauf konzentriert, drei Punkte zu holen.

Gegen Erndtebrück dann eine bittere Niederlage. Wie hast du das Spiel im Leimbachstadion gesehen?
Wir wollten unbedingt gewinnen, ich denke, das hat man den Jungs auch bis zum Schlusspfiff angemerkt. Wir sind in der Offensive häufig in gefährliche Positionen gekommen, haben daraus aber einfach zu wenig gemacht. Dieses Spiel müssen wir jetzt abhaken und uns voll auf die anstehenden Aufgaben fokussieren.

Wie hast du deine ersten Arbeitstage bei RWE wahrgenommen?
Es war logischerweise schon ein bisschen stressig. Am Mittwoch hatte ich meine erste Trainingseinheit. Somit blieb bis zum Spiel am Freitagabend nicht viel Zeit. Und natürlich will man die trotzdem dafür nutzen, der Mannschaft so viel wie möglich mitzugeben. Deswegen hatten wir natürlich viel Arbeit. Aber das muss so sein – das ist der Job eines Trainers.

Worauf wird nun in den nächsten Trainingseinheiten besonders viel Wert gelegt?
So oft und lange können wir bei unserem bevorstehenden Programm nicht trainieren. Wir hatten jetzt eine Englische Woche mit dem Spiel in Erndtebrück, dann haben wir durch die Konstellation der nächsten Spieltage wieder eine verkürzte Woche. Im taktischen Bereich gibt es noch etwas, das wir aufarbeiten wollen.

Wie sah es nach dem Spiel personell aus? Müssen wir um jemanden bangen?
Bis auf die ohnehin Verletzten fällt keiner aus. Patrick Huckle ist auf einem guten Weg und wird, wenn er sich nicht mehr verletzt, wieder im Kader stehen.