Liebe Freunde, Partner und Fans von RWE!

Vorstand Marcus Uhlig über das vergangene und das neue Jahr.

Marcus Uhligs Worte zum Jahreswechsel.

In wenigen Tagen endet das Jahr 2018. Ein Jahr, das für uns alle, die wir es mit Rot-Weiss Essen halten, einmal mehr sehr intensiv war. 

Es begann gleich mit einem Paukenschlag, als uns der damalige Chef-Trainer Argirios Giannikis mitteilen ließ, seinen Vertrag an der Hafenstraße nicht zu verlängern. Damit waren von jetzt auf gleich viele gemeinsame Planungen über den Haufen geworfen. Wir haben uns unmittelbar auf die Suche nach einem Nachfolger gemacht, uns dabei gleichzeitig aber auch vorgenommen, Qualität vor Geschwindigkeit zum Hauptkriterium zu machen –sprich: einen Trainer zu finden, der mit seinem gesamten Profil bestens zu RWE passt. Und ich denke auch, dass uns das mit Karsten Neitzel gelungen ist. Seine emotionale Art, seine Leidenschaft, seine Fachlichkeit und seine Erfahrung als Spieler und Trainer haben ihn schnell an der Hafenstraße ankommen lassen. Ich denke, wir alle hatten schnell das Gefühl: Karsten Neitzel und RWE, das passt!  

Verlassen hat uns dagegen Michael Welling. Ihm ist es gelungen, den Verein nach der Insolvenz wirtschaftlich wieder solide aufzustellen und konkurrenzfähig zu machen. Dafür sind wir ihm alle extrem dankbar. Ich persönlich freue mich immer, wenn ich merke, wie sehr er noch an Rot-Weiss Essen hängt und dass er uns weiterhin die Daumen drückt. 

Zugegeben: Die Veränderung ist spürbar. Michael und ich unterscheiden uns in unserer Art zu arbeiten sehr. Ich bevorzuge einen ruhigeren Ton und arbeite mehr im Hintergrund. Auch weil ich davon überzeugt bin, dass es dem Verein aktuell gut tut. Mein Fokus war von Beginn an, die Voraussetzung für unseren sportlichen Bereich so weit es geht zu verbessern. Themen wie die Zusammenarbeit mit unserem Partner Stadtwerke Essen (u.a. beim Thema Rasenheizung) sowie die Gewinnung weiterer Partner wie der Messe Essen und die Verlängerung unseres Hauptsponsors XTiP waren hier wichtige Bausteine. So ist es uns dann auch gelungen, den Etat für die 1. Mannschaft im Sommer entsprechend auszurichten.   

Jürgen Lucas hat es dann gemeinsam mit Karsten Neitzel geschafft, richtig gute Jungs an die Hafenstraße zu lotsen. Mit einer Rückkehr von Kevin Freiberger aus der 3. Liga konnte vor einem Jahr wohl niemand rechnen und auch mit Neuzugängen wie Florian Bichler, Daniel Heber, Enzo Wirtz, Lukas Raeder und Lukas Scepanik hatten wir gute Erfolgsquote.  

Und so sind wir die Saison auch angegangen: Voller Motivation, einer großen Vorfreude und voller Überzeugung. Es folgte der Auftakt gegen den SV Rödinghausen und die bittere Verletzung von Kevin Freiberger. Nach 14 Pflichtspielsekunden war das rot-weisse Jahr 2018 für Kevin bereits gelaufen. Für ihn in erster Linie, aber natürlich auch für uns, extrem bitter. Und doch folgte nach diesem Spiel eine tolle Phase unserer Mannschaft. Wir alle haben uns in den Armen gelegen, als Florian Bichler zum Solo ansetzte und den Ball mit Blickrichtung Westtribüne zum zwischenzeitlichen 5:0 gegen den Wuppertaler SV einnetzte. Wir alle haben den Ball gegen den Bonner SC über die Linie geschrien. Es war eine außergewöhnliche Stimmung im Stadion Essen, die sich dem näherte, was ich als Fan zuvor bereits im Georg-Melches-Stadion erlebt habe. 

Es folgten schmerzhafte Verletzungen und Sperren einiger Leistungsträger. Trotz zunächst noch guter Leistungen blieben die Ergebnisse aus, schließlich ließen auch die Leistungen nach. Entlassen wurden wir mit einem sehr negativen Gefühl in die Winterpause. Wir haben vielleicht durch die Euphorie zu Saisonbeginn selbst eine Fallhöhe geschaffen, die wir in den vergangenen Wochen schmerzhaft zu spüren bekommen haben. Ganz klar: Leistungen wie im Rückspiel gegen den Wuppertaler SV oder gegen die U21 des FC Köln sind nicht unser Anspruch. Wir sprechen diese Dinge hier intern klar an, wählen dabei durchaus auch lautere Töne. Aber so sehr sich das der ein oder andere auch wünschen mag: Öffentlich werden wir niemanden ans Kreuz nageln. Unser Verständnis ist ganz klar: Rot-Weiss Essen – wir halten zusammen. Nur so können wir sportlich wieder dahin kommen, wo wir in der Anfangsphase der Saison waren. 

Und auch, wenn die letzten negativen Eindrücke das Grundgefühl der Winterpause prägen mögen, so nehme ich persönlich auch viele positive Gedanken mit ins Jahr 2019. Ich freue mich sehr auf die Rückkehr der Langzeitverletzten Cedric Harenbrock und Kevin Freiberger, die unserem Trainer zusätzliche Optionen verschaffen. Ich bin überzeugt davon, dass Spieler, die während der Saison lange ausgefallen sind, durch eine intensive Vorbereitung wieder zu ihrer Topform finden, und hoffe, dass wir eine leistungs- und ergebnismäßig gute Rückrunde spielen werden, so dass wir dann im Mai rückblickend dennoch davon sprechen können, sportlich einen Schritt in die richtige Richtung gemacht zu haben. Zumal wir im Pokal überwintern und dadurch weiterhin die Chance haben, uns für die DFB-Pokalrunde der kommenden Saison zu qualifizieren. Und welche Bilder ich ebenfalls mitnehme, sind die nach den Siegen gegen Wuppertal, Bonn oder Herkenrath, aber auch nach den Niederlagen gegen Rödinghausen, Düsseldorf oder Köln. Die Momente nach den Niederlagen, als die Mannschaft von der aktiven Fanszene deutliche Kritik, aber zugleich aufbauende Worte zu hören bekam, entspricht meinem Verständnis von Miteinander im Verein. Es kann, muss und darf nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen sein. Kritik gehört im Fußball dazu. Aber eine vernünftige Art und Weise, diese zu äußern, und im Blick zu behalten, dass wir alle ein Verein sind und letztendlich alle das gleiche Ziel verfolgen, halte ich für unverzichtbar.

Danke dafür, danke für die Unterstützung im vergangenen Jahr! Ihnen und Euch allen wünsche ich einen guten Rutsch sowie Gesundheit und Erfolg für 2019. Lasst uns die freien Tage nutzen, um Energie für das anstehende Jahr zu tanken und dann gemeinsam Vollgas zu geben. Wir haben einiges vor in 2019 – lasst uns das als RWE-Familie zusammen angehen!