Knapper geht es nicht

FC Wegberg-Beeck - RWE 0:2. Heber (1.) und Engelmann (11.) treffen früh, doch die große Party fällt aus.

Großer Kampf im letzten Meisterschaftsspiel der Saison. (Foto: Endberg)

Eine Stadt im Ausnahmezustand. Ganz Essen hat Rot-Weiss Essen vor dem großen Finale die Daumen gedrückt! Die Karten waren gelegt: RWE musste mit mindestens mit zwei Toren Unterschied beim FC Wegberg-Beeck gewinnen, um hier seinen Teil für ein glückliches Saisonfinale beizusteuern. Die kleinen Dortmunder durften im Parallelmatch in Wuppertal nicht punkten.
Die Essener machten ihren Job und gewannen am Niederrhein mit 2:0 durch Treffer Daniel Heber (1.) und Simon Engekmann (11.) – und das 77 Minuten in Unterzahl. Leider holte auch Dortmund drei Punkte in Wuppertal (2:1), sodass die sportliche Entscheidung heute nicht zugunsten Hafenstraßen-Fußballer ausging.


Zum Spiel: Christian Neidhart schickte die gleiche Elf aufs Spielfeld, die zuletzt Lotte mit 5:2 abfertigte. Und sofort ging die Post ab: Daniel Heber traf schon in der ersten Minute nach einer Ecke von Kevin Grund zum 1:0. Die Roten waren bissig in den Zweikämpfen und gaben Vollgas. Das sollte sich schnell doppelt auszahlen. Bereits nach elf Zeigerumdrehungen war wieder ein Eckball von Kevin Grund die Basis für das 2:0. Simon Engelmann lauerte am langen Pfosten und die Kugel landete unter Mithilfe eines Defensivakteurs im FCW-Netz. Bude Nummer 29 für den Goalgetter. Die Roten waren jetzt auf Kurs!!

Aufstiegskrimi auf zwei Plätzen

Es wurde dramatisch. Oguzhan Kefkir sah nach einem rassigen Zweikampf die Rote Karte. Eine harte Entscheidung, Schiedsrichter Andreas Steffens wirkte nicht immer souverän bei der Spielleitung. Die Essener mussten nun noch 77 Minuten mit zehn Mann weitermachen.
Dann gab es gute plötzlich Nachrichten aus Wuppertal: Kevin Hagemann netzte zum 1:0 für die Hausherren ein. Was für ein Jubel in Wegberg. In diesem Moment war Rot-Weiss Essen in der Blitztabelle Meister der Regionalliga West. Daniel Davari hielt die Null entschärfte 60 Sekunden vor der Pause einen Versuch von Tom Gerkens.

Christian Neidhart wechselte in Halbzeit zwei Jonas Hildebrandt für Cedric Harenbrock ein, kurz darauf musste Dennis Grote verletzt vom Feld. Amara Condé ersetzte den wichtigen Quarterback und sollte das rot-weisse Spiel strukturieren (47.). Die nächste Negativmeldung kam aus Wuppertal, wo Tigges für den BVB zum 1:1 ausglich.
Aber Rot-Weiss Essen sammelte sich und hielt den FC bis auf wenige Ausnahmen vom eigenen Kasten fern. Nach einer guten Stunde hatte Wegberg die Gelegenheit zum Anschlusstreffer, doch Davari zeigte erneut seine Klasse. Auf der anderen Seite hätte Engelmann die 30 vollmachen können (73.), doch das Geschoss landete über der Kiste von FCW-Schnapper Zabel. Auch Daniel Heber brachte kurz darauf das Leder nicht über die Linie.

Aber RWE hat seinen Job am Niederrhein am Ende mit 2:0 über die Bühne gebracht und beendete eine grandiose Regionalliga-Saison mit 90 Punkten auf dem Konto. Die Mannschaft bekam zurecht Applaus von den wenigen Anwesenden. Leider versaute der BVB durch sein 2:1 in der 88. Minute die ganz große Sause in der Ruhrstadt.
Die Fans neben dem Waldstadion gaben das richtige Signal und versuchten die geknickten Spieler aufzurichten: „Marmor Stein und Eisen bricht, aber Rot-Weiss Essen nicht!“