„Im Derby wird nicht mit normalen Maßstäben gemessen.“

Für die Rot-Weissen steht am Sonntag ein echtes Derby an. Weniger als zehn Kilometer Luftlinie trennen die Heimspielstätten von RWE und RWO, zahlreiche Essener werden ihren Traditionsverein ins Stadion Niederrhein begleiten. Wenige Tage vor dem Duell spricht Chef-Trainer Sven Demandt im Interview über die Bedeutung des Spiels gegen den Revierrivalen

Das Interview mit Sven Demandt vor dem Derby gegen Oberhausen.

Hallo Sven! Die Jungs hatten nach dem Spiel gegen Wattenscheid ein paar Tage Zeit, um neue Kräfte zu sammeln. Sind alle fit für das Spiel am Sonntag?

Sven Demandt: Definitiv ausfallen werden logischerweise die Langzeitverletzten. Im Laufe der Woche haben wir noch ein bis zwei dazu bekommen. Marcel Platzek ist krank, Vojno Jesic hat sich im Training verletzt und Roussel hat ein paar Probleme mit dem Knie. Aber es ist ja noch ein bisschen Zeit bis Sonntag, da hoffe ich, dass die Jungs, außer Vojno, wo ich glaube, dass das nicht gehen wird, einsatzbereit sind.

 

Ein Derby ist vor allem für die Fans immer etwas Besonderes. Merkt man diese besondere Stimmung auch in der Mannschaft?

SD: Ein Derby ist nie Alltag. Ich glaube jedem ist bewusst, dass das ein besonderes Spiel für uns ist, aber auch vor allem für die Fans. Ein Sieg oder drei Punkte sind da manchmal wichtiger als vieles andere. Ich glaube jedem einzelnen ist bewusst, was das für ein Spiel ist und das es auch immer ein Spiel sein wird mit wahrscheinlich mehr Emotionen als bei einem anderen Spiel.

 

Wenn man die Statistiken der letzten Spiele betrachtet, spricht die Bilanz nicht für RWE.

SD: Statistiken sind dafür da, um gebrochen zu werden. Je länger eine Statistik hält, desto höher ist vermeintlich die Wahrscheinlichkeit, dass sie irgendwann gebrochen wird. Von daher haben wir ganz gute Möglichkeiten.

 

Was erwartest Du in Oberhausen für ein Spiel?

SD: Ich habe die Oberhausener jetzt schon oft genug gesehen, um zu wissen, was sie können und was sie nicht können. Sie sind mit vier Niederlagen gestartet, das ist dann schon schwer. Seitdem haben sie sich einigermaßen stabilisiert. Jetzt hatten sie noch mal zwei Niederlagen, aber ich glaube der Sieg gegen Düsseldorf war sehr wichtig. Jetzt ist Derby, da wird sowieso nicht mit normalen Maßstäben gemessen. Sie sind bestrebt, einiges gut zu machen, das kann man eben in so einem Spiel. Dessen sind wir uns aber bewusst.

 

Worauf wird es am Sonntag besonders ankommen?

SD: Darauf, dass wir anders als gegen Wattenscheid unsere Möglichkeiten, damit meine ich nicht nur Torchancen, sondern auch Möglichkeiten im letzten Drittel, klarer ausspielen und präziser sind. Der letzte Ball muss auch stimmen. Das waren Dinge, die wir gerade in den letzten Spielen nicht so gut gemacht haben. Wenn man keinen kriegt und einen macht, dann sieht es gut aus für uns.