„Großes Ziel vor Augen!“

Keeper Daniel Davari über WM-Erfahrungen und die Hafenstraße

Freut sich auf die Hafenstraße: Daniel Davari (Foto: RWE/Capitain)

Daniel Davari hat durch den Fußball schon viel von der Welt gesehen. Der 32-jährige Schlussmann stand für Eintracht Braunschweig im Bundesliga-Tor, spielte beim Grasshopper Club Zürich in der Schweiz und war bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien Teil der Iranischen Nationalmannschaft. Nach Stationen in Bielefeld, Duisburg und Oberhausen ist der Familienvater an der Hafenstraße angekommen. Mit RWE will er die Liga verlassen, wie er im Interview nach einer anspruchsvollen Trainingseinheit verrät.

 

Daniel Davari, herzlich willkommen bei Rot-Weiss Essen. Du scheinst im Ruhrgebiet heimisch geworden zu sein?

Davari: Ich mag es hier. Wir ziehen jetzt auch direkt nach Essen. Ich will hier leben und morgens keinen Stress haben, wenn ich zum Training fahre.

 

Dein Ziel mit RWE hast du schon klar formuliert.

Ich will aufsteigen, deswegen sind wir alle hier. Der Verein hat ein Statement abgegeben, was wir erreichen wollen: Das ist der Aufstieg – und da werde ich mich natürlich mit einbeziehen. Wir haben hier alle ein großes Ziel vor Augen, aber aus Spielersicht sollte man nicht zu viel reden, sondern Leistung bringen und hart trainieren. Das machen wir.

 

Wie ist dein Eindruck von Mannschaft und dem Umfeld?

Wir haben eine super Truppe und ein sehr gutes Trainerteam. Alle sind engagiert und ehrgeizig, das macht richtig Spaß. Uns wird hier alles geboten, um erfolgreich zu sein.

 

Wie ist bei dir der Stand der Vorbereitungen?

Ich bin fit, nur ein bisschen kaputt (lacht). Bei unserem Torwarttrainer Manuel Lenz arbeitet man generell viel, das lohnt sich. Ich glaube, ich hatte noch nie so einen detailverliebten Torwarttrainer. Manu ist sehr professionell und ein guter Typ.

 

Dabei hast du als Jugendspieler noch als Stürmer agiert.

In jungen Jahren möchte man lieber Tore schießen, als welche zu verhindern. Das hat sich bei mir dann aber schnell Richtung Torwart entwickelt, weil ich damals auch noch Handball-Keeper war. Außerdem war ich relativ groß und lauffaul (lacht).

 

Du hast nicht nur in der Bundesliga und in der Schweiz auf dem Platz gestanden, sondern warst 2014 mit dem Iran bei der Weltmeisterschaft in Brasilien dabei.

Die Zeit in der Nationalmannschaft war etwas Besonderes für mich. Die WM war ein persönliches Highlight, aber auch die Länderspiele davor. Durch meine Eltern trage ich zwar andere Kulturen in mir, aber ich bin in Deutschland aufgewachsen und fühle mich als Deutscher. Die ganzen Reisen und auch andere Kulturen zu erleben war absolut interessant für mich.

 

Wie kam der Kontakt zu Rot-Weiss Essen zustande?

Marcus Uhlig habe ich in Bielefeld kennengelernt, Jörn Nowak in Oberhausen. Es ist schön, dass sich die Wege wieder kreuzen. Ich bin froh darüber, dass sich das so entwickelt hat und ich jetzt hier bin.

 

Welche Erinnerungen hast du an die Hafenstraße?

Hier herrscht eine tolle Atmosphäre. Ich habe früher mit Mainz hier gespielt und letztes Jahr mit Oberhausen. Aber es ist ja nicht nur das Stadion: Es ist beeindruckend, wenn man sieht, wie hier auf allen Ebenen gearbeitet wird. Alles sehnt sich danach, wieder weiter nach oben zu kommen.

 

Was ist für dich eigentlich der Unterschied zu höheren Ligen?

Die Außenwahrnehmung ist vielleicht noch einmal eine andere. Aber als Spieler ist es egal, ob du in der ersten oder in der vierten Liga aufläufst. Der sportliche Anspruch ist immer da, sobald du auf den Platz kommst, versuchst du zu gewinnen.