„Gänsehaut von der Kurve voll mit Rot-Weissen“

Held von Berlin Christian Dondera im Interview.

Christian Dondera (5. v.l.) stand im Pokalfinale 1994 über die volle Spieldauer auf dem Spielfeld.

Christian Dondera spielte zwischen 1992 und 1997 viereinhalb Jahre für Rot-Weiss Essen und erreichte 1994 das DFB-Pokalfinale in Berlin. Beim Duell der Traditionsmannschaften von RWE und Werder Bremen zur Saisoneröffnung am 20. Juli wird der heute 50-Jährige wieder auf dem Hafenstraßen-Rasen stehen. Im Interview spricht Dondera über das Pokalfinale und das Legendenspiel.

Hallo Christian, schön, dass du die Zeit gefunden hast. Du hast über vier Jahre für RWE gespielt, wie wird es für dich sein wieder vor Rot-Weissen an der Hafenstraße aufzulaufen?
Es wird anders, schließlich ist es ja nicht das Stadion, wo ich früher gekickt habe. Aber natürlich ist ein Auftritt an der Hafenstraße immer mit großen Emotionen behaftet. Noch einmal für Rot-Weiss zu spielen ist natürlich super.

Vor wenigen Woche jährte sich das DFB-Pokal Endspiel gegen Werder Bremen zum 25. Mal. Das war vermutlich der größte Tag deiner Karriere, du hast 90 Minuten gespielt. Wie blickst du auf diesen Tag zurück?
25 Jahre, wow. Das ist natürlich schon eine lange Zeit her. Es fühlt sich immer noch wie ein Film an, der vorüber läuft. Die Zeit war extrem intensiv. In der zweiten Liga hatten wir kaum Medienpräsenz, das war nicht so, wie heute. Es war in Berlin absolut ungewohnt jede drei Minuten ein Interview zu geben. Ich weiß auch noch, als wir zum Warmmachen eingelaufen sind und die Kurve voll mit den Rot-Weissen war, da habe ich Gänsehaut bekommen. Im Spiel selbst habe ich die hohe Zuschauerzahl gar nicht mitbekommen.

Das Spiel habt ihr letztendlich mit 3:1 verloren, ihr seid allerdings nach dem Anschlusstreffer von Daouda Bangoura nochmal nah rangekommen. Da habt ihr doch auf dem Platz bestimmt nochmal alle Kräfte zusammengenommen…
In der Halbzeit habe ich mich wirklich geärgert. Wir haben die erste Hälfte weggeschenkt. Da war man Endspiel und gibt dann das Spiel so weg, liegt 0:2 zurück. Dann sind wir wie ausgewechselt aus der Pause gekommen. Natürlich hatten wir das 2:2 auch verdient, aber es sollte nicht so sein. Wir haben aber gezeigt, was unsere Truppe so dermaßen stark gemacht hat. Wir haben Charakter gezeigt und auf „Alles-oder-Nichts“ gespielt. Nach der Partie haben wir dann noch etwas im Hotel gefeiert, aber nicht über die Stränge geschlagen. Wir sind Fußballer, haben das damals verloren und hätten gern gewonnen. Aber der Empfang hier in Essen war natürlich super. Ich fand das richtig bewegend, dass die Leute auch bei einer Niederlage so gefeiert haben.

Du hast 1999 deine aktive Karriere beendet, damals regierte der Fußball für dich. Wie sieht das Leben von Christian Dondera heute aus?
Meine Kinder sind groß, meine große Tochter studiert in Berlin, die Kleine macht bald ihr Abi. Ich selbst bin Physiotherapeut und mache mich bald selbstständig. Ich bin zufrieden.

Viele Mannschaftskollegen aus der Saison 1993/94 werden am 20. Juli mit dir ins Stadion einlaufen. Darunter Frank Kurth, Daouda Bangoura und Jürgen Margref. Zu wem von deinen ehemaligen Mitspielern von Berlin hältst du Kontakt?
Zum wirklich harten Kern haben wir natürlich durch Dieter Bast und die Traditionsmannschaft noch Kontakt. Das finde ich super, wir wohnen auch gar nicht weit auseinander.  Daouda Bangoura habe ich das letzte Mal bei einem Traditionsspiel um 2004 rum gesehen.

Kommen wir zur Revanche für das Pokalfinale 1994! Wie ist dein Tipp? Wie wird das Spiel verlaufen?
(lacht) Ich hoffe, dass die genauso unfit sind, wie wir. Aber ich werde gleich noch laufen gehen, um mich auf Trab zu bringen. Ich glaube, diesmal endet das Spiel 3:1 für uns.

…auch mit einem Tor von dir?
Wenn ich bis zum Tor komme, dann bestimmt.

Auch für die erste Mannschaft gibt es bei der Saisoneröffnung ein wichtiges Spiel, Generalprobe gegen die Kickers Offenbach. Was traust du der neuen Mannschaft in der Saison zu?
Ich wünsche den Rot-Weissen das Allerbeste und natürlich Konstanz in den Leistungen. Der Kader ist gut zusammengebastelt.


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Im Rahmen des Hafenstraßen-Auftakts trifft die rot-weisse Traditionsmannschaft am 20. Juli zur Revanche für das DFB-Pokal-Endspiel 1994 auf Werder Bremen. Neben buntem Programm und RWE-Autogrammstunde mit Spielern und Funktionsstab, bittet die Mannschaft um Christian Titz Traditionsverein und Südwest-Regionalligist Kickers Offenbach eine Woche vor Saisonstart zur Generalprobe. Informationen zum sowie den genauen Ablaufplan finden RWE-Fans hier. (https://rot-weiss-essen.de/newsdetail/tickets-fuer-die-rot-weisse-saisoneroeffnung-ab-sofort-erhaeltlich/)