Fußball trifft Kultur: rot-weisse Ferienförderung

Kicken und Lernen in einer runden Kombi: RWE-Jugendtrainer Qiang Li (li.) und Fußball-trifft-Kultur-Lehrerin Büsra Sahin haben an der Gesamtschule Nord das Ferienprogramm für die Vogelheimer Kinder durchgeführt. Foto: Müller/EC

Bei „Fußball trifft Kultur“ der LitCam GmbH erleben bis zu 25 Schülerinnen und Schüler der Vogelheimer Gesamtschule Nord zweimal wöchentlich eine kompakte Kombination aus Kicken und Förderunterricht. Wegen der coronabedingten Schulschließungen musste auch das bundesweite Bildungsprojekt seit März aussetzen. Als kleinen Ausgleich brachte Direktorin Karin Plötz an mehreren Standorten ein Ferienprogramm auf den Weg – so auch im von ifm electronic geförderten Essener Projekt mit der Gesamtschule Nord und Rot-Weiss.

 

Normalerweise stehen jeden Dienstag und Donnerstag anderthalb Stunden Kicken und eineinhalb Stunden Lernen auf dem Plan. Ausflüge und weitere kulturelle Aktivitäten runden das Projekt ab. Aber: „Unsere Kinder hatten weder ein Abschlussturnier noch sonstiges Programm“, berichtet Karin Plötz von den Folgen der Corona-Maßnahmen.

Mit den allmählichen Lockerungen sah die LitCam-Direktorin die Chance, zumindest die Ferien zu nutzen: „Wir wollten ein paar Kindern die Möglichkeit bieten, versäumten Unterrichtsstoff nachzuholen“, erklärt Plötz. Eine echte Aufgabe bei inzwischen 32 Projektstandorten in fast allen Bundesländern. Die Umsetzung – besonders hinsichtlich Abstands- und Hygieneregeln – übernahmen die Projektteams vor Ort: „Das funktioniert nur, weil wir im Projekt so tolle Lehrer und Trainer haben.“ In Essen sind das während der Ferien RWE-Jugendcoach Qiang Li sowie Studentin Büsra Sahin.

 

„Bedarf ist enorm“

Von Montag bis Donnerstag, jeweils 10 bis 13 Uhr, fand in den ersten beiden Ferienwochen der Wechsel von Fußball und Lernen in der Turnhalle der Gesamtschule Nord statt. Zwischendrin gibt‘s einen kleinen Snack. Die Gruppe ist klein gehalten, damit die Kinder ohne Mundschutz unterwegs sein können – gerade beim Kicken: „Das ist halt Fußball“, lacht Qiang Li. Der rot-weisse Jugendtrainer überlegt sich jeden Tag neue Einheiten: mal spielen die Kinder Netzfußball, mal üben sie Technik wie Ball hochhalten oder dribbeln. „Man muss flexibel sein und das Training interessant gestalten“, erklärt Li, „die Kinder sind gekommen, um Spaß zu haben.“

Im anschließenden Förderunterricht hatte Büsra Sahin ursprünglich die Lektüre des Fußballbuchs „Auf heißer Spur“ von Tina Blase geplant. Stattdessen stehen Rechtschreibung und Grammatik auf dem Programm: „Der Bedarf ist enorm“, erzählt die Förderlehrerin, „ wir haben viele Seiteneinsteiger.“ Einige Schüler müssen sogar die Schrift neu lernen, deshalb wird mitunter Stoff aus der vierten Klasse aufgeholt. Treppengedichte beispielsweise helfen den Kindern bei Groß- und Kleinschreibung. Und ein Schüler ist so im Flow, dass er sich gleich mehrere ausdenkt.