Frag den Uhlig

Die Antworten des RWE-Vorstands zur aktuellen Situation an der Hafenstraße in der Corona-Krise.

Marcus Uhlig beantwortet die Fragen der Fans. (Foto:Endberg)

Am Montag hatten RWE-Fans auf der Facebookseite des Vereins Gelegenheit, Marcus Uhlig ihre Fragen rund um die aktuelle Situation an der Hafenstraße in Zeiten der Corona-Krise zu stellen. Hier finden die Rot-Weissen nun die Antworten des RWE-Vorstands.
 
1. Wird das Darlehen von Sascha Peljhan aufgrund der unvorhergesehenen Corona Situation in Anspruch genommen werden müssen? Gibt es mit der GVE Gespräche zwecks Verzicht bzw. Anpassung der Stadionmiete während der Coronaauszeit? (220 Likes)
 
Zu Teil 1 dieser Doppelfrage: Zunächst einmal müssen wir festhalten, dass es für alle Unternehmen und auch Vereine aktuell in dieser Krise sehr schwierig ist, genau zu planen, weil halt niemand vorhersagen kann, wann sich die Lage wieder verbessert, sprich: wann ein Rückkehr zum Normalbetrieb wieder realistisch ist. Wir sind sehr froh, dass wir Sascha als strategischen Partner an unserer Seite haben. Die Netto-Botschaft von Sascha lautet: „Ich möchte helfen, dass RWE sich sportlich und insgesamt als Verein weiterentwickelt“. Mit Saschas Hilfe haben wir zu Saisonbeginn unseren Etat im sportlichen Bereich erhöhen können. Vor Corona sah es so aus, als würden wir aufgrund der Einnahmen aus Tickets, Sponsorings und Merchandising wenig bis gar nichts von dem durch Sascha bereitgestellten Rahmen in Anspruch nehmen müssen.  Sollte es nun so sein, dass wir die Saison nicht bzw. nicht mit Zuschauern zu Ende spielen können, dann könnten wir auf die von ihm bereitgestellten Mittel zurückgreifen. Ob und in welchem Rahmen das geschehen wird bzw. muss, ist noch nicht klar. Das hängt in der Tat von vielen Faktoren ab: Wie viele Sponsoren und Dauerkarten-Inhaber würden auf eine Rückerstattung für die sechs „im Feuer stehenden Spiele“ verzichten? Wie viele Erlöse können wir in dieser „spielfreien Zeit“ selbst generieren – z.B. durch unser virtuelles Heimspiel gegen Corona.
Noch etwas zu Sascha Peljhan: Wir haben auch schon vor der Krise jeden Tag mit einander gesprochen. Sascha ist seit Monaten in vielen Bereichen dabei, uns mit seinem ganzen Know-How und ganz viel zeitlichem Engagement zu unterstützen. Seit Ausbruch der Krise habe ich das Gefühl, dass unser Verhältnis noch enger, noch intensiver geworden ist. Wir wissen Sascha als verlässlichen Partner an unser Seite, der gerade jetzt noch mehr mit anpackt.
 
Teil 2 der Frage: Wir prüfen derzeit alle Vertragsverhältnisse hinsichtlich Aussetzung / Anpassung / Reduzierung! Es gilt, neben den oben zu Frage 1 beschriebenen Dingen im Besonderen, unsere Kosten bis auf weiteres zu weit herunterzufahren wie nur irgend möglich.
 
2.Ist der Verein überlebensfähig, falls die Saison komplett abgebrochen, und eventuell der Saisonstart auch verschoben werden muss? Es müssen Angestellte und Spieler bezahlt werden. Springen dafür Sponsoren ein, wenn Einnahmen durch fehlende Spiele nicht generiert werden können? (193 Likes)
 
Das ist ja derzeit unsere zentrale Aufgabe, genau das sicherzustellen. Also das Überleben von RWE, wenn bis auf weiteres nicht mehr gespielt werden kann. Zu den Maßnahmen, an denen wir diesbezüglich arbeiten: siehe Antwort 1. Ich wage allerdings hier keine Prognose, da noch nicht abzusehen ist, wie lange die Fußball-Pause dauert. Sie sollte allerdings nicht zu lange dauern. Auf Dauer ist kein Verein der Welt – wie auch kein anderes Wirtschaftsunternehmen  - in der Lage, ohne Einnahmen auszukommen. Die Situation ist Ernst. Viele unserer Sponsoren kämpfen derzeit genau wie wir ums nackte Überleben. Daher können wir Stand heute nicht davon ausgehen, fehlende Einnahmen durch Sponsoringausweitungen unserer Bestandssponsoren zu kompensieren.
 
3.Gibt es im Falle von Geisterspielen die Möglichkeit, einen Rot-Weiss TV live Stream ins Leben zu rufen, den man dann evtl. mit einer ähnlichen Maßnahme, wie dem virtuellen Heimspiel mit Geld füttert, um die wegbrechenden Zuschauereinnahmen zu kompensieren? (172 Likes)

Diese Möglichkeit prüfen wir aktuell und arbeiten bereits hinter den Kulissen daran. Trotzdem wollen wir ein „Geisterspiel-Szenario“ für die 4. Liga unter allen Umständen verhindern. Mit einem kostenpflichtigen LiveStream könnte man sicherlich etwas Umsatz generieren, allerdings bei weitem nicht die „realen Heimspiel-Umsätze.“
 
4.Prüft der Verein, vorausgesetzt es wird nicht zu Ende gespielt, mögliche Szenarien/Forderungen für einen Aufstieg am Grünen Tisch? (56 Likes)

Natürlich. Wir stehen in der Pflicht, alle möglichen Szenarien sportlich, wirtschaftlich und juristisch durchzugehen. Aber natürlich wollen wir die Saison lieber sportlich entscheiden.
 
5.Wäre eine Sondertrikotaktion mit Stauder möglich? Das würde von vielen Fans angenommenen werden! (52 Likes)

Wir arbeiten derzeit in der Tat an einer – wie wir glauben - sehr attraktiven „Sondertrikot-Aktion“, die wir im Mai veröffentlichen werden. Habt also bitte noch etwas Geduld. Aber so viel kann ich bereits verraten: Dieses Sondertrikot wird der Hammer.
 
 
6.Szenario: Geisterspiele oder Saisonabbruch -
Was wäre rein wirtschaftlich besser für den Verein?  Wo sind die Unterschiede? Ohne Betrachtung der sportlichen Situation. (37 Likes)

Am besten wäre ein Verschieben des Saisonendes nach hinten, zur Not auch über den 30. Juni hinaus. Aber wiederum so, dass die fehlenden Spiele noch nachgeholt werden können. Aber um die Frage konkret zu beantworten: Wenn wir die sportliche Betrachtung außen vor lassen, wäre ein vorzeitiger Saisonabbruch für uns besser, weil wir dann bessere Möglichkeiten hätten, unsere Kosten anzupassen. Bei Geisterspielen würden wir ja sofort unsere Personalkosten wieder zu 100% haben – aber demgegenüber wenig bis keine Einnahmen.
 
7.Was können wir als Fans tun um zu helfen? Außer Tickets für das virtuelle Spiel zu kaufen? Gibt es noch weitere Aktionen? (31 Likes)

Das virtuelle Heimspiel werden wir noch wochenlang anbieten. Es werden in diesem Zusammenhang auch noch zahlreiche weitere Ideen hinzukommen. Darüber hinaus hilft jede neue Mitgliedschaft. Werbt Eure Freunde, Nachbarn, Kollegen als neue RWE-Mitglieder! Und nicht zu vergessen: Unser Projekt 1907 verträgt auch noch bis zu 100 neue Unterstützer. Und: wer es sich finanziell erlauben kann in diesen Zeiten, der kann natürlich auch in unserem Online-Fanshop einkaufen. Jeder Euro hilft.
 
 
8.Ich habe ehrlich gesagt keine weitere Frage, finde ich doch schon alle hier in den Kommentaren. Was mir allerdings auf der Seele liegt ist ein Dankeschön! Ein großes Rot-Weisses Dankeschön dafür, dass wir finanziell wieder so stabil aufgestellt sind, so dass wird nicht schon längst den berühmten Bach runter sind. Auch wenn die sportliche Sehnsucht bleibt: Jetzt in der Krise zeigt sich, was unter Michael Welling begonnen und unter Marcus Uhlig weiter ausgebaut wurde. Ok, man könnte fragen: Wie um alles in der Welt habt Ihr das geschafft? (30 Likes)

Vielen Dank! RWE hat in den letzten Jahren sicherlich mehr richtig als falsch gemacht. Wir sollten in diesen Tagen – nicht physisch, aber emotional – noch enger zusammenrücken. Dann bin ich überzeugt, dass wir auch diese Krise gemeinsam bewältigen werden.
 
9.Gibt es eine Möglichkeit, dass man offiziell bestätigen kann, das man kein Geld zurück verlangen wird? So kann der Verein denke ich auch besser planen. (29 Likes)

Ja. Wir werden zunächst den 2. April abwarten, wenn wir mit den Liga-Vertretern und dem Verband noch einmal beraten werden, wie und wann es weitergeht. Anschließend werden wir zu genau diesem Thema alle Dauerkarten-Inhaber kontaktieren.
 
10. Bleibt Christian Titz unser Trainer bis zum 30.06.2021? (17 Likes)

Die Frage passt nicht zum Corona-Kontext. Es sei denn, sie ist dahingehend gemeint, ob wir in dieser Krise darüber nachdenken müssen, aus Kosteneinspar-Gründen ggf. eine vorzeitige Trennung von Mitarbeitern zu vollziehen. Dazu möchte ich sagen, dass wir natürlich alles unternehmen, dass das nicht passiert.
 
11. Thema Finanzen:
Nun, ich glaube fest daran, dass RWE keine bis kaum Regresszahlungen an Jahreskarteninhaber zahlen muss. Fans werden den Verein nicht regressieren. Davon bin ich überzeugt. Aber was passiert im Sponsorenbereich? Firmen insbesondere kleine bis mittlere, also vermutlich der " Kern " der Sponsorenschaft stehen wahnsinnig schwere wirtschaftliche Zeiten bevor. Hier sehe ich ein große Problem was die Liquidität angeht. Wie siehst du diese Entwicklung und kann man bzw. wie will man hier gegensteuern? (13 Likes)

 
Schwierig und aktuell nicht präzise absehbar. Wir führen aktuell unendlich viele Einzelgespräche mit Partner und Sponsoren. Viele haben uns ihre weitere Unterstützung zugesichert, aber einige müssen zwangsläufig auch ihre eigene wirtschaftliche Entwicklung im Corona-Kontext abwarten. Gegensteuern können wir, in dem wir nach und nach mit wirklich allen sprechen, gleichzeitig unsere Kosten so gut es geht senken und zudem auf kreative Weise versuchen, Umsätze zu erzielen (siehe oben). Zudem müssen und werden wir natürlich mit den Verbänden über mögliche finanzielle Hilfsmaßnahmen sprechen.
 
12. Wie positioniert sich der Verein gegenüber dem Verband im Hinblick auf die Aufstiegsregelung, wenn die Saison nicht zu Ende gespielt werden kann?
2)Wie positioniert sich der Verein gegenüber dem Verband im Hinblick auf den Niederrheinpokal wenn auch der Pokalwettbewerb nicht zu Ende gespielt werden kann? (10 Likes)

 
Hier kann sich jeder sicher sein, dass wir alles in die Waagschale werfen, unsere Interessen laut und mit maximalem Gewicht zu vertreten. Es darf unter keinen Umständen passieren, dass wir durch die Krise neben den wirtschaftlichen Schäden, die ja jetzt schon eintreten, auch noch unsere sportlich aussichtsreichen Positionen verlieren.