"Fans und Team wachsen zusammen"

Cheftrainer Christian Titz vor dem Klassiker gegen Alemannia Aachen

Cheftrainer Christian Titz vor dem Heimspiel gegen Alemannia Aachen. (Foto:Endberg)

Vier Jahre (2000 bis 2004) war RWE-Cheftrainer Christian Titz für Alemannia Aachen tätig, betreute bei unserem heutigen Gast die U 18- und U 19-Junioren, war Leiter der Fußballschule und Mitglied im Trainerstab der Profis. Aber auch aus weiteren Gründen wird die Zeit am Tivoli für den 48-jährigen Fußball-Lehrer unvergesslich bleiben. Sportlich steht mit der Neuauflage des DFB-Pokal-Finales von 1953 (2:1 für RWE in Düsseldorf) bereits das letzte Heimspiel der Hinserie in der Regionalliga West auf dem Programm. Das in diesem Jahr noch folgende Ligaspiel an der Hafenstraße gegen den VfB Homberg (Freitag, 13. Dezember, 19.30 Uhr) gehört bereits zur Rückserie.

Hallo Christian! Mit dem 2:1 im Traditionsduell beim Wuppertaler SV hat RWE den erhofften Derbysieg im Stadion am Zoo gelandet. Wie fällt Dein Fazit aus?

Durch unseren späten Siegtreffer war es am Ende eine Explosion der Gefühle. Keine Frage: Der Zeitpunkt war glücklich für uns. Auf der anderen Seite war der Sieg aber auch hochverdient, denn wir waren das aktivere Team, haben in der zweiten Halbzeit fast auf ein Tor gespielt. Es war über die gesamte Spieldauer betrachtet eigentlich eine Frage der Zeit, bis wir uns belohnen.

Kurz vor dem Ablauf der regulären Spielzeit hatte der Wuppertaler Semir Saric allerdings noch beim Stand von 1:1 den Außenpfosten getroffen!

Das ist richtig, da war auch etwas Spielglück dabei. Allerdings war diese Szene exakt die dritte Möglichkeit des Gegners, die wir zugelassen haben. Gerade wenn man auf das Siegtor drängt, kann so etwas immer passieren. Wir hatten dagegen eine ganze Reihe von guten Möglichkeiten, auch wenn der WSV auf dem tiefen und unebenen Platz mit viel Leidenschaft gut verteidigt hat und kampfstark war.

Einen Tag zuvor hatte der SC Verl durch eine 0:1-Heimniederlage gegen den VfB Homberg die Tabellenführung eingebüßt. War die Motivation deshalb besonders groß, durch einen Dreier in Wuppertal Boden auf die Konkurrenz gutzumachen?

Wir wollten das Spiel natürlich so oder so gewinnen, um unseren positiven Lauf der letzten Wochen fortzusetzen. Dennoch war uns die Chance bewusst, näher an die Spitzen heranrücken zu können. Dafür hat das Team alles gegeben.

In Wuppertal, aber auch nach der Rückkehr nach Essen wurde der Sieg von den Fans intensiv gefeiert!


Das hatte sich die Mannschaft auch verdient. Wir haben in dieser Saison erstmals nach langer Zeit wieder in Oberhausen gewonnen, jetzt nach einer noch längeren Durststrecke auch in Wuppertal. Uns ist klar, dass gerade diese Spiele für unsere Fans einen besonderen Stellenwert haben. Außerdem wird honoriert, dass sich die Jungs für den Verein reinhängen, dass sie - wie in Wuppertal - auch Widerstände überwinden. Mannschaft und Fans wachsen immer mehr zu einer Einheit zusammen, das ist sehr positiv.