Erfolgreich Beton gebohrt!

Mönchengladbach U23 - RWE 0:2. Plechaty und Young brechen Bollwerk.

Gute Partie in der Startformation: Felix Herzenbruch hat einiges über die linke Seite bewegt. (Foto: Endberg)

Beim Nachholspiel des 10. Spieltages trennten sich die Gladbacher U23 und Rot-Weiss Essen mit 0:2. Gegen äußerst defensive Gastgeber brauchte es Geduld und Zeit, dann erlöste Sandro Plechaty seine Farben mit dem hochverdienten Führungstreffer. RWE-Coach Neidhart war nach dem Schlusspfiff erleichtert: "Die defensive Spielweise hat uns ein bisschen überrascht, aber wir haben unser Ding durchgezogen. Ich wäre froh gewesen, wenn wir eher getroffen und uns belohnt hätten. Ich muss der Mannschaft aber ein Riesenkomplement dafür machen, wie souverän und geduldig sie das gespielt hat."

Zum Spiel: Neidhart verändert seine Startelf im Vergleich zum 2:0-Sieg in Bergisch Gladbach vor der Pause auf drei Positionen: Felix Herzenbruch, Oguzhan Kefkir und Marco Kehl-Gómez ersetzen Kevin Grund, Jonas Behounek und Amara Condé.
Die Heimmannschaft steht vom Abpfiff an extrem Tief und rührt dickeren Beton an, als sämtliche Regionalliga-Teams bisher. Aber RWE findet immer wieder Mittel und Wege durch den Defensiv-Damm. Fernschüsse von Harenbrock (5.) und Kefkir (7.) finden das Ziel nicht. Cedric Harenbrock bedient Marco Kehl-Gomez, der Kapitän verzieht mit links (11.).

Weiter geht's mit dem rot-weissen Bohrhammer bei gefühlt 80 Prozent Ballbesitz. Harenbrock und Felix Herzenbruch probieren es aus der Distanz (22.), aber wenn die Kugel aufs Tor kommt, ist Borussen-Keeper Olschowsky auf dem Posten.
Nach 25 Zeigerumdrehungen bedient Sandro Plechaty Simon Engelmann, der das Leder nicht voll erwischt und vorbeiköpft. 180 Sekunden später passt Harenbrock auf Kekfir, der auf Joshua Endres. Dessen Schussflanke geht an Freund und Feind vorbei. Dann köpft Kehl-Gomez nach einer halben Stunde aus kurzer Distanz über den Kasten und auch Goalgetter Simon Engelmann nutzt seine Möglichkeit nach mustergültiger Vorarbeit von Felix Herzenbruch fünf Minuten vor der Pause nicht. Kleine Randnotiz für Statistik-Freunde: Die Gastgeber kommen nach 37 Minuten das erste Mal vor das Gehäuse von RWE-Tormann Davari. Doch Per Lockl schießt aus 20 Metern drüber.

Sandro Plechaty als Torschütze und Vorbereiter
Direkt nach dem Pausentee machen die Männer von der Hafenstraße weiter und arbeiten fleißig am Führungstreffer. Ein geniales Zuspiel von Dennis Grote findet wieder Engelmann, doch dessen Schuss wird geblockt. Kurz darauf pariert Olschowsky eine dicke Kopfball-Möglichkeit von Alexander Hahn.
RWE macht und tut, holt alle Werkzeuge aus dem Keller. Daniel Davari schlägt nach einer guten Stunde einen langen Ball auf Harenbrock, der nimmt die Murmel direkt – drüber. Kurz darauf notieren die Datenbank-Experten die erste Ecke für Mönchengladbach, Essen hat am Ende zehn (!) auf der Uhr.

Dann die Erlösung: Der gut aufgelegte Sandro Plechaty pöhlt den Ball von der rechten Strafraumkante unhaltbar ins Netz (72.). Die Mönchengladbacher Mauer bröckelt bis zur dramatischen Nachspielzeit: Alexander Hahn bekommt das Runde an die Hand und die U23 einen Freistoß von der Strafraumkante. Doch Davari taucht ab, hält den Adigo-Kracher und damit den Dreier fest.
Im direkten Gegenzug nach der Glanztat macht der eingewechselte Isaiah Young nach Zuspiel von Plechaty endlich alles klar. Christian Neidhart bedankt sich nach dem Schluspfiff bei seinem Schlussmann: "Das hatten wir jetzt schon öfter. Im ganzen Spiel ein Schuss aufs Tor, den hält Daniel Davari überragend. In der anschließenden Kontersituation machen wir das 2:0."

Deckel drauf, Ende im Gelände, Arbeitssieg für Rot-Weiss Essen. Nächsten Samstag geht es für RWE beim VfB in Homberg weiter. Die Werkzeuge gegen die nächste stabile Abwehr-Mauer können direkt im Mannschaftsbus bleiben.