Einmal mehr Engelmann

RWE - Preußen Münster 1:0. Spitzenspiel-Erfolg nach Herzschlag-Finale.

Trifft nach Vorarbeit von Cedric Harenbrock: Simon Engelmann. (Foto: Endberg)

Diese drei Punkte bleiben an der Hafenstraße! Rot-Weiss Essen gewinnt vor 300 Zuschauern mit 1:0 (0:0) gegen Spitzenteam Preußen Münster. Nach einem mutigen Beginn mit zahlreichen Chancen traf Simon Engelmann entscheidend nach 51 Zeigerumdrehungen.  „Wir haben das Spiel über die gesamten 90 Minuten kontrolliert. Der Sieg war dementsprechend hochverdient“, sagt RWE-Chef-Trainer Christian Neidhart. 

Die letzte Begegnung der beiden Traditionsclubs war schon etwas her: Zuletzt in der Saison 2009/2010 trafen RWE und Preußen aufeinander. Damals hagelte es eine 0:4-Niederlage für Rot-Weiss, das soll sich heute nicht nur aus Perspektive von RWE-Chef-Trainer Christian Neidhart, sondern auch von Torwarttrainer Manuel Lenz ändern – der stand beim letzten Aufeinandertreffen noch im Saisonkader der Münsteraner. Vier Siege und zwei Unentschieden, ein Punkt weniger als die Hausherren – so lautete die Bilanz von Sascha Hildmanns Preußen vor dem Spiel. Nach Fortuna Köln in der vergangenen Woche (1:1) wieder ein starker Gegner für RWE. Zum Drei-Punkte-Verbleib an der Hafenstraße setzte RWE auf zwei Änderungen in der Startelf: Flügelsprinter Isaiah Young sowie Saison-Startelf-Debütant Cedric Harenbrock für Felix Backszat und Amara Condé.

Wie pfeilschnell ersterer ist, musste bereits nach zwei Minuten Preußen-Außenverteidiger Dennis Daube feststellen, der sich nur durch ein mit gelber Karte bestraftes Foul zu helfen wusste.  Doch nicht nur Young, sondern die gesamte Mannschaft legte gleich zu Beginn den Turbo ein: Erst platzierte Grote seinen Flachschuss einen Hauch zu zentral (9.), dann trafen Kehl-Gomez (12.) und Kefkir (14.) aus Entfernung nur das Gebälk, bevor Young (15.) und Grund (18.) schließlich an Schulze Niehues scheiterten.
Doch auch Essen war das Aluminium an diesem Tag scheinbar gut gesonnen: Ein Grodowski-Schuss prallte vom Innenpfosten zurück auf das Spielfeld (21.). Je mehr Zeit dann im ersten Durchgang durch die Sanduhr lief, desto ausgeglichener das Spiel, sodass zur Pausenbesprechung das torlose Remis stand.

Was in Hälfte eins noch fehlte – der zappelnde Ball im Netz – kam für RWE zeitnah in Halbzeit zwei: Gegen Harenbrocks Distanzschuss bewies Schulze Niehues noch sein ganzes Können, bevor Engelmann aus spitzem Winkel den Nachschuss zur verdienten Essener Führung verwertete (51.). Turbo-Reflexe, so schnell wie Young sprinten kann, bewies keine zwei Minuten vorher noch Plechaty, der einen Schauerte-Abschluss mit Adleraugen auf der Linie wegspitzelte. Apropos Young: Der musste nicht nur einmal mehr mit verwarnungswürdigem Foul gestoppt werden (61.), sondern hatte nach 59 Minuten die Chance, den Deckel draufzumachen. Sein halbhoher Schuss verfehlte das Münsteraner Gehäuse allerdings knapp. „Isaiah hat heute angedeutet, was er für eine Verstärkung für die Mannschaft sein kann“, so Neidhart.

Es folgten souveräne Essener, die das Spiel gekonnt herunterspielten und den Ball kontrollierten. Einen Schockmoment zum Sieg sollten die Rot-Weissen jedoch noch in der dritten Minute der Nachspielzeit durchleben müssen: Freistoß für Münster aus 16 Metern. Davari, der zuvor noch den Ball vor der Strafraumgrenze aus der Luft gepflückt hatte, sollte die Gelegenheit jedoch vereiteln. „Es ist wichtig für den Saisonverlauf, die Mannschaften, die oben dran sind, auf Distanz zu halten“, sagt Neidhart.

So stand am Ende ein erfolgreicher Auftakt der englischen Woche. Nach dem Gastspiel bei Borussia Mönchengladbachs Zweiter (Mittwoch, 18.30 Uhr), bittet die Elf von der Hafenstraße am kommenden Samstag Rot-Weiß Oberhausen zum Niederrhein-Derby (15.30 Uhr).