„Dreier unnötig verpasst!“

1:1-Unentschieden gegen Wiedenbrück. Gegentor in der Nachspielzeit.

In einem umkämpften Spiel erzielt Wiedenbrück in der letzten Minute den Ausgleich. (Foto: Markus Endberg)

Endlich ging die Liga los! Komisch war es trotzdem. Die rot-weisse Heimpremiere gegen den SC Wiedenbrück wurde wie schon das Pokalfinale vor fast leeren Rängen an der Hafenstraße bestritten. Am Ende wurde es ein ärgerliches 1:1-Remis, der Gast erzielte den Ausgleich mit einem Sonntagsschuss in der Nachspielzeit. Cheftrainer Christian Neidhart war entsprechend bedient: „Wir hatten den Gegner 75 Minuten im Griff, für die letzte Viertelstunde gibt es auf jeden Fall noch Arbeitspotenzial.“

Die Heimstatistik gegen Wiedenbrück war schon vor der Partie verbesserungswürdig: In acht Heimspielen verlor Rot-Weiss fünf Mal. Das sollte hier und heute geändert werden. Christian Neidhart schickt die gleiche Elf wie beim erfolgreichen Testspiel gegen den niederländischen Erstligisten FC Emmen (1:0) ins Rennen.

Beide Teams lassen zunächst kaum Chancen zu, Wiedenbrück ist gallig und auf Konter aus. Nach 25 Minuten wird es via Hahn-Standard gefährlich, auch Og?uzhan Kefkir überrascht SCW-Keeper Marcel Hölscher mit einem Fernschuss (36.). Die größte Einschussmöglichkeit in Halbzeit eins hatte jedoch Joshua Endres, doch er bekommt das Leder nach einer Kefkir-Flanke von links vor dem Tor nicht unter Kontrolle.

 

Starke Phase nach dem Wechsel
Rot-Weiss Essen kommt stark aus der Kabine: Hahn ist mit dem nächsten Freistoß-Versuch aus ähnlicher Distanz näher dran (47.). Dann endlich: Das wichtige 1:0 besorgt nach 55 Zeigerumdrehungen wieder einmal Simon Engelmann. Nach einer Drangperiode der Essener überwindet er Hölscher und versenkt im rechten unteren Eck.

Marcel Platzek kommt nach einer guten Stunde für Felix Backszat und die Roten wollen den zweiten Treffer: „Wir haben den Gegner dominiert und hatten nach dem 1:0 eine gute Phase“, war Neidhart bis dahin zufrieden, „große Chancen hatte Wiedenbrück nicht.“

Doch das erlösende 2:0 will einfach nicht fallen. Und so wird es am Ende eng: In der 77. Minute kann Daniel Davari noch mit langem Bein gegen Lucas Klantzos retten. In der Nachspielzeit markiert Daniel Latkowski aus 20 Metern das Tor seine Lebens. „So einen hat er bis jetzt auch noch nicht gemacht“, schüttelt der RWE-Coach den Kopf, „so haben wir den Dreier unnötig verpasst.“