Déja vu an der Hafenstraße

Rot-Weiss Essen gelingt beim 2:1 gegen die Kölner U21 erneut der Lucky Punch in der Schlussminute.

Ayodele Adetula und Jan-Lucas Dorow bejubeln den Siegtreffer in der Schlussminute. (Foto: Rotzoll)

Der ein oder andere im Stadion Essen dürfte ein Déja-vu gehabt haben. Wie bereits beim Heimauftakt drehten die Rot-Weissen das Spiel an der Hafenstraße und setzten sich mit 2:1 durch. Salih Özcan hatte die U21 des 1. FC Köln in Führung gebracht, die Joshua Endres (41.) noch vor dem Seitenwechsel egalisieren konnte. In der Nachspielzeit markierte Jan-Lucas Dorow dann den verdienten Siegtreffer. „Uns hat ausgezeichnet, dass wir auch nach dem Rückstand nicht hektisch geworden sind, sondern weiter geduldig waren und uns Chancen erspielt haben. Der Sieg war dann absolut verdient“, so Chef-Trainer Christian Titz.

Ebenso wie die Rot-Weissen waren auch die Kölner mit zwei Siegen in die Regionalliga-Saison gestartet. Dementsprechend selbstbewusst begann die Mannschaft von Trainer Zimmermann an der Hafenstraße. Zwar waren es die Rot-Weissen, die von Beginn an um Spielkontrolle bemüht waren, allerdings stotterte der RWE-Motor anfangs noch durch Ungenauigkeiten im Spiel nach vorne. So brachten sich die Essener dann auch mehr oder weniger selbst ins Hintertreffen, als sie es verpassten einen eigentlich schon sichergeglaubten Ball 20 Meter vor dem eigenen Tor zu klären und somit Profileihgabe Salih Özcan ins Spiel brachten. Dieser konnte alleine auf Torwart Marcel Lenz zulaufen und ließ diesem im 1-gegen-1 keine Chance (13.). Chef-Trainer Christian Titz reagierte noch in der ersten Halbzeit und brachte Florian Bichler für den gelbrot-gefährdeten Marco Kehl-Gomez sowie Jan-Lucas Dorow für Marcel Platzek. Ob durch die Wechsel oder nicht – die Essener gewannen fortan an Struktur im eigenen Spiel und agierten nur klarer. Die Belohnung folgte noch vor der Pause, als Joshua Endres ein Zuspiel von Jan-Lucas Dorow trocken im gegnerischen Tor zum Ausgleich versenkte.

Im zweiten Durchgang legten die Rot-Weissen noch eine Schippe drauf und schnürten die Gäste in der eigenen Hälfte ein. Unmittelbar nach Wiederanpfiff vergab Hamdi Dahmani im Gewühl (46.), bevor der Ball endlich den Weg ins Tor fand (52.). Allerdings verweigerte Schiedsrichter Schepert das Tor, hatte er doch zuvor im Abseits gesehen. Doch die Essener gaben nicht auf und drückten mit Spielrichtung Westkurve weiter auf die Führung. Alexander Hahn donnerte einen Freistoß ans Lattenkreuz (69.), Hamdi Dahmani scheiterte auf der Linie an Torwart Brady (71.) – wieder nichts.  Doch wie bereits im Heimspiel hatten sich die Essener den Siegtreffer bis zum Schluss aufgehoben. Eine Ecke von der rechten Seite fiel über Umwege Ayodele Adetula vor die Füße, der das Leder in die Mitte und damit auf den Fuß von Jan-Lucas Dorow bugsierte. Von dort aus fand der Ball den Weg an die Unterkante der Latte und schließlich zum hochverdienten 2:1 ins Tor.