Auch der Himmel weinte!

RWE - Bocholt 2:0. Große Bühne für Kevin Grund und Marcel Platzek.

Ich danke Sie – von ganzem Herzen! Marcus Uhlig und die Rot-Weissen verabschiedeten sich gebührend bei Kevin Grund und Marcel Platzek. (Foto: Gilbert/Revierfoto).

Wenn zwei Legenden sich verabschieden, weint sogar der Himmel über der Hafenstraße – und selbst der pitschnasse Rasen triefte vor Trauer. Marcel Platzek: Das sind 266 Pflichtspiele im rot-weissen Trikot. Mit 85 Treffern wurde Platzek zum Fußballgott. Nach zehn Jahren verabschiedete sich ebenfalls der feine Linksfuß Kevin Grund aus Bergeborbeck. Doch niemals geht man so ganz aus dem RWE-Cosmos. Das machte Vorstandschef Marcus Uhlig vor der Partie gegen den 1. FC Bocholt mehr als deutlich – alle 2.500 Zuschauer standen auf und klatschten gerührt. Das 2:0-Ergebnis im Test gegen Bocholt war für viele Nebensache.

Zum Geschehen: Chefcoach Christian Neidhart präsentierte mit Yannik Langesberg, Luca Dürholtz, Kevin Holzweiler, Zlatko Janjic und Sören Eismann fünf Neuzugänge in der Startelf.
Das Wetter war der Wahnsinn und beide Teams in der Anfangsphase der Vorbereitung, das merkte man dem Spiel auch an. Rot-Weiss Essen war die stärkere Mannschaft, gefährliche Einschussgelegenheiten gab es jedoch kaum.
Das dickste Ding vor der Pause hatte der starke Yannick Langesberg nach einer guten halben Stunde mit dem Kopf (33.). Nach einer Heber-Flanke nickte der kantige Innenverteidiger jedoch knapp vorbei.

Großes Finale im RWE-Trikot
Neidhart wechselte in der Pause zunächst auf zwei Positionen: Raphael Koczor und Simon Engelmann kamen für Daniel Davari und Zlato Janjic. Nach einer guten Stunde muckten dann die Gäste auf: Dario Schumacher traf den Pfosten, er wollte wahrscheinlich Grund und Platzek im neuen Dress jubeln sehen (61.). Danach begann der große Wechselreigen, der Stadionsprecher Walter Rüge zur Höchstform auflaufen ließ. Wir machen es kurz: Nur Daniel Heber blieb aus der ersten Elf übrig und hätte beim Völkerball gewonnen.
Auch die Bocholter tauschten eifrig – Kevin Grund und Marcel Platzek durften nach 72 Zeigerumdrehungen ebenfalls vom Platz. Derweil hatte Simon Engelmann den Führungstreffer auf dem Fuß (73.), vier Minuten später verfehlte Neuzugang Felix Heim hauchdünn.

In der 84. Minute ging der Vorhang für das Lenden-Duo Grund-Platzek noch einmal auf – und wie! Mit ihren gewohnten Trikot-Nummern sieben und neun durften sie ein letztes Mal für die „richtigen“ Farben auflaufen. Was soll man sagen? Sie brachten den Erfolg!
Wenn es heute ein dritter Akteur verdient hatte, den ersten Treffer des Tages zu erzielen, dann David Sauerland. Der langzeitverletzte Rückkehrer nagelte die Kugel in den linken Winkel (87.), bevor Marcel Platzel den Abend mit dem 2:0 (90.) rund machte.
Der Rest war ein berührendes Abschiedsfest unter guten, alten Bekannten. Wir sehen uns an der Hafenstraße!