Abschneiden der Zweitvertretung von Borussia Dortmund überrascht bisher

BVB-Trainer Mike Tullberg sucht nach Konstanz

Seit Saisonbeginn Trainer: Mike Tullberg. (Foto:Endberg)

Das Abschneiden der U 23 von Borussia Dortmund, die zum Auftakt der Rückserie in der Regionalliga West (21. Spieltag) am Sonntag, 8. Dezember, 14 Uhr, Rot-Weiss im traditionsreichen Rote-Erde-Stadion erwartet, überrascht in dieser Spielzeit. Regelmäßig werden die Dortmunder vor einer Saison im Kreis der Spitzenmannschaften erwartet - und sie werden dieser Rolle meistens auch gerecht. Schlechter als Rang fünf schloss der BVB jedenfalls keine der letzten vier Spielzeiten in der Regionalliga West ab.

Aktuell steht für die Mannschaft von Trainer und Ex-Profi Mike Tullberg (früher unter anderem für Rot-Weiß Oberhausen aktiv) allerdings lediglich der achte Tabellenplatz zu Buche. Dabei ist der Kader der Borussia zweifellos ausgezeichnet besetzt.

Der Saisonauftakt des BVB war durchaus verheißungsvoll. Zum Start an der Hafenstraße zeigten die Dortmunder eine starke Leistung, führten lange Zeit 1:0, mussten sich aber in letzter Minute 1:2 geschlagen geben. Aus den folgenden acht Begegnungen holten die Westfalen dann fünf Siege und ein Unentschieden bei zwei Niederlagen, pirschten sich damit zumindest wieder an die Spitzengruppe heran. Nach dem 2:0 gegen Rot-Weiß Oberhausen Ende September musste das Tullberg-Team jedoch lange auf Saisonsieg Nummer sechs warten.

Besonders schmerzhaft war für den BVB die höchste Saisonniederlage, die es ausgerechnet gegen den Rivalen aus Gelsenkirchen setzte. Das Derby gegen die zweite Mannschaft des FC Schalke 04 ging trotz einer 1:0-Halbzeitführung im eigenen Stadion 1:5 verloren. „So dürfen wir nicht untergehen“, monierte Tullberg.

Auf Wiedergutmachung musste Dortmund anschließend lange warten. Das Nachbarschaftsduell bei der SG Wattenscheid 09 fiel wegen des Rückzugs der SGW aus, das Gastspiel beim SC Verl witterungsbedingt. Zuletzt zeigte die Dortmunder Formkurve, mit zwei Siegen aus drei Spielen, wieder leicht nach oben.

Der 33-jährige Tullberg sitz erst seit Saisonbeginn auf der Dortmunder Trainerbank. Zurückgreifen kann Tullberg bei seiner bisher größten Herausforderung als Cheftrainer auf Erfahrungen aus seiner Zeit als Trainer bei Rot-Weiß Oberhausen (U 19) und in seiner dänischen Heimat bei Aarhus GF (U 19). Außerdem arbeitete er schon als Co-Trainer bei der SG Essen-Schönebeck sowie bei Vendsyssel FF.

Nicht nur Tullberg vermisst Mittelfeldspieler Mory Konaté. Der 25-jährige Mittelfeldspieler, der zu Saisonbeginn einer der Stabilitätsfaktoren war, wechselte Ende August zum belgischen Erstligisten VV St. Truiden. Der 19-jährige Patrick Osterhage könnte ihn ersetzen. Er laboriert aber an einer hartnäckigen Knieverletzung. Ebenfalls im "Lazarett" befinden sich die Defensivspieler Julian Schwermann (Bänderriss) und der ehemalige Rot-Weisse Haymenn Bah-Traoré (Knieverletzung).

Zumindest an das jüngste Heimspiel gegen RWE haben die Dortmunder gute Erinnerungen. Vor ziemlich genau einem Jahr unterlagen die Rot-Weissen im Stadion Rote Erde 0:5. Allerdings waren die Borussen damals auch mit Profiverstärkungen wie Torhüter Eric Oelschlägel sowie Shinji Kagawa (inzwischen Real Saragossa/Spanien), Sebastian Rode (Eintracht Frankfurt) und dem dreimaligen Torschützen Alexander Isak (Real Sociedad San Sebastian/Spanien) aufgelaufen. So geballt kamen gestandene Lizenzspieler in dieser Saison noch nicht zum Einsatz, von Torwart Oelschlägel (bisher neun Spiele) einmal abgesehen. Allerdings waren schon Jungprofis wie der argentinische Neu-Nationalspieler Leonardo Balerdi (20), der Spanier Mateu Morey (19) oder Tobias Raschl (19) für die U 23 am Ball.